Kiel

SPD fordert mehr Geld für Frauenhäuser

Kiel (dpa/lno) - Die SPD im Kieler Landtag will für die Frauenhäuser in Schleswig-Holstein mehr Geld bereitstellen. Die Mittel über den Kommunalen Finanzausgleich sollten von 7,5 Millionen Euro jährlich auf 10 Millionen aufgestockt werden, schlug Fraktionsvize Beate Raudies am Montag vor. Einer Bedarfsanalyse zufolge gebe es im Land gute Strukturen, die aber noch zu verbessern und auskömmlich zu finanzieren seien.

«Häusliche Gewalt wird nach wie vor noch zu oft bagatellisiert», sagte Raudies. «Es ist aber keine Kleinigkeit, wenn Frauen seelischer, körperlicher oder sexueller Gewalt ausgesetzt sind.» Wenn Frauen schon vorher von häuslicher Gewalt betroffen waren, spitze sich diese Situation in Zeiten von Homeoffice und geschlossenen Kitas und Schulen noch zu. «Die Atmosphäre ist in diesen Haushalten explosiv.»

Derzeit kämen viele Hilferufe aus Frauenhäusern, sagte Raudies. «Die Situation dort ist dramatisch.» Mit der Situation der Frauenhäuser wird sich an diesem Freitag auch der Landtag befassen.

«Leider haben wir kein Haushaltsmittel übrig, ansonsten würden wir gern erhöhen», sagte die frauenpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Katja Rathje-Hoffmann. «An welcher Stelle wird die SPD die Sozialmittel denn kürzen, um sie hier aufzustocken?», sagte sie. Im Übrigen ermögliche eine schon vollzogene Mittelaufstockung bereits mehr Plätze in Frauenhäusern. Auch seien mehr Mittel für Prävention und Koordinierung vorgesehen. «Wir wollen früher ansetzen und den Bedarf an Frauenhausplätzen durch eine gute Aufklärung dauerhaft senken», sagte Rathje-Hoffmann.

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