Kiel

SPD kritisiert Bericht zur Unterrichtssituation als geschönt

Kiel (dpa/lno) - Die oppositionelle SPD hat den jährlichen Bericht der Landesregierung zur Unterrichtssituation in Schleswig-Holstein als geschönt kritisiert. Zum Beispiel würden in die Unterrichtsversorgung im schulamtsgebundenen Bereich 11 826 Stellen eingerechnet - das wären 101 Prozent Unterrichtsversorgung. Ziehe man die nicht besetzten und nicht vertretenen Stellen ab - insgesamt seien das 458 Stellen - sinke die Unterrichtsversorgung auf 96 Prozent, sagte der SPD-Bildungspolitiker Martin Habersaat.

Dass im Durchschnitt im vergangenen Schuljahr an den Schulen die Unterrichtsversorgung besser als in den Vorjahren gewesen sei, liege auch am Rückgang der Schülerzahl um 4200. Trotz der besseren Unterrichtsversorgung sei die durchschnittliche Grundschulklasse in Schleswig-Holstein immer noch größer als im Bundesschnitt - nämlich mit rechnerisch 21,3 zu 20,9 Schülern. Dennoch sei die Zahl der ausgefallenen und nicht planmäßig erteilten Stunden gestiegen.

Laut Habersaat nehmen die Schulen weniger Rücksicht auf die Schüler als in früheren Jahren. Die Zahl der Schüler an Gymnasien sinke rapide, was mit dem Übergang nach Klasse 4 ebenso zu tun habe wie mit den ausgeweiteten Möglichkeiten der Abschulung. Die Quote der exklusiv an Förderzentren beschulten Schüler steige und ebenso die Zahl der Kinder, die erst nach einer Beurlaubung, also mit 7 Jahren, in die Grundschule eingeschult werden.

In diesem Jahr waren auf Antrag der SPD in dem Bericht erstmals Erläuterungen zum Begriff der Unterrichtsversorgung sowie die Zahl der unbesetzten Stellen, die zur rechnerischen Deckung der Unterrichtsversorgung beigetragen haben, enthalten.