Hamburg

Schicksalstag für die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft

Flensburg (dpa/lno) - Die Entscheidung über die Zukunft der vor der Insolvenz stehenden Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) steht an: Zu einem Spitzentreffen in Flensburg auf Einladung der IG Metall wird neben Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) und Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD) auch Investor Lars Windhorst erwartet. Anschließend (10.00 Uhr) soll über die Pläne informiert werden.

Buchholz sagte der Deutschen Presse-Agentur vor dem Treffen, «die FSG ist einer der größten industriellen Arbeitgeber im nördlichen Schleswig-Holstein und damit von besonderer Bedeutung für das Land». Es sei daher besonders wichtig, dass es gelungen sei, eine ausreichend ausgestattete Transfergesellschaft einzurichten. «Auch die Übernahme aller Auszubildenden ist ein wichtiges Signal. Wir haben weiter die Hoffnung, dass die Werft fortgeführt wird.»

Bereits Ende vergangener Woche hatte die IG Metall nach einer Betriebsversammlung in Flensburg «verhaltenen Optimismus» gezeigt. Demnach steht die Finanzierung für eine Transfergesellschaft für sechs Monate für die 650 Beschäftigten. Wie viele tatsächlich dorthin wechseln oder aber Arbeitsplätze auf der Werft erhalten bleiben, sei noch offen, sagte Sprecher Heiko Messerschmidt.

Laut Messerschmidt wird der norwegische Ex-Eigentümer Siem die Großfähre «Honfleur» kaufen, die zurzeit in Flensburg halbfertig an der Pier liegt. Es werde darüber verhandelt, ob die Werft die «Honfleur» zu Ende baut. Zudem habe Investor Windhorst angekündigt, dass Aufträge für zwei RoRo-Schiffe in Reichweite seien.

Die Eröffnung des Insolvenzverfahren über das FSG-Vermögen ist für Samstag geplant. Die FSG hatte im April einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Flensburg gestellt. Die Produktion stand wegen der Corona-Pandemie monatelang still, die 650 Mitarbeiter waren in Kurzarbeit. Die Werft war 2019 von Windhorst übernommen worden.