Köln

Sportchef Szilagyi: Handball-Begeisterung bleibt nach WM

Kiel (dpa) - Anders als nach der WM vor zwölf Jahren wird die Handball-Begeisterung nach Ansicht von THW Kiels Sportchef Viktor Szilagyi in Deutschland anhalten. Vor allem, wenn die DHB-Auswahl das Finale am Sonntag erreichen sollte. «Die Situation jetzt ist ganz anders als 2007», sagte der Sportliche Leiter des deutschen Rekordmeisters THW Kiel der Deutschen Presse-Agentur. Damals habe es noch nicht den regen Austausch über Social Media gegeben. «Das ist jetzt ganz anders. Die Zahlen gehen steil nach oben, viel mehr Menschen werden erfasst», sagte der 40-jährige Szilagyi.

Die Zuschauerzahlen in den Bundesliga-Hallen werden nach Meinung des in Budapest geborenen Österreichers steigen. Zudem ist er überzeugt, dass bei Kindern und Jugendlichen Interesse geweckt wurde. «Wenn sie nicht gleich zu einem Verein gehen, so werden sie doch im Schulsport fragen, ob sie Handball spielen können», vermutet der Sportchef. Er plädiert, mehr Handball-Camps für Jugendliche in den Sommerferien abzuhalten, das Scouting der Vereine zu intensivieren.

2007 hatte die DHB-Auswahl das Wintermärchen mit dem WM-Titel gekrönt. Der Handball konnte von der Euphorie nicht profitieren. Auch nach dem Gewinn des EM-Titels 2016 war der Handball rasch wieder aus dem Blickfeld geraten.

Szilagyi glaubt, dass Ansehen und Glaubwürdigkeit des Handballs durch lobende Worte von Protagonisten aus anderen Sportarten deutlich gewonnen haben. «Gerade, wenn Spieler und Trainer aus der Fußball-Bundesliga Lob für Handball äußern, bewirkt das einiges.»