Lübeck

«Weihnachten bei Buddenbrooks» zum vorerst letzten Mal

Lübeck (dpa/lno) - Alle Jahre wieder zu Weihnachten macht das Lübecker Buddenbrookhaus seinem Anspruch vom «begehbaren Roman» alle Ehre. Dann verwandeln sich die Räume der Beletage in das Weihnachtszimmer im Hause der Romanfamilie. Im Dezember ist die Inszenierung «Weihnachten bei den Buddenbrooks» zum vorerst letzten mal zu erleben. Im Januar schließt das Haus für eine großen Umbau für voraussichtlich drei Jahre.

Zuvor können Besucher an allen Wochenenden vor Heiligabend nach Angaben der Hansestadt Lübeck noch einmal das Weihnachtskapitel aus Thomas Manns Roman «Buddenbrooks» mit allen Sinnen erfahren. Dazu gehören Baisers und Braune Kuchen nach Originalrezepten und Themenspaziergänge zu den Schauplätzen des Romans sowie die Lesung des «Buddenbrooks»-Weihnachtskapitels vor dem mit weißen Lilien geschmückten Weihnachtsbaum (18. und 20. Dezember).

Der steht im Speisezimmer im ersten Obergeschoss des Hauses, das einst den Großeltern Thomas Manns gehörte und das er zum Schauplatz seines berühmten Romans gemacht hat. Das nach den dortigen Beschreibungen rekonstruierte Speisezimmer und das benachbarte Landschaftzimmer lassen Besucher eintauchen in die großbürgerliche Welt der ​​​​​Kaufmannsfamilie Buddenbrook. Sie können darin herumgehen, Zahlentäfelchen an vielen Möbeln und Requisiten verweisen auf die dazu passenden Stellen in Roman.

Für dieses Konzept, das zur Weltausstellung «Expo 2000» entstanden ist, wurde das Haus unter anderem mit dem Museumspreis des Europarats ausgezeichnet. Doch nach fast 20 Jahren sei eine Modernisierung nötig, sagte der Chef der Lübecker Museen, Hans Wißkirchen, bereits bei der Vorstellung der Umbaupläne im Jahr 2018. «Wir müssen neue Besuchergruppen ansprechen», sagte er.

Voraussichtlich 18 Millionen Euro soll die Umgestaltung kosten. In den nächsten drei Jahres soll das Haus um ein Nachbargebäude erweitert werden. Die Dauerausstellungen zu «Buddenbrooks» und zur Familie Mann sollen neue Konzepte erhalten. «Die Fläche wird sich nahezu verdoppeln, so dass wir dann auch mehr Platz für die museumspädagogische und die wissenschaftliche Arbeit haben», sagte Wißkirchen. Im Buddenbrookhaus haben unter anderem vier Literaturgesellschaften ihren Sitz.

Vor der Schließung des Hauses Ende Dezember gibt es am 28. und 29. Dezember eine große Umzugsparty mit freiem Eintritt. Teile der Dauerausstellung werden während des Umbaus im Museum Behnhaus Drägerhaus zu sehen sein.