Niebüll

Windstrom für Bahnverkehr zwischen Niebüll und Dagebüll

Kiel (dpa/lno) - Bahnreisende mit Ziel Amrum oder Föhr sollen von 2024 an mit Zügen fahren, die zwischen Niebüll und Dagebüll zu 100 Prozent mit regional erzeugtem Windstrom angetrieben werden. Über das Vorhaben informierte sich am Freitag Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP). Hintergrund der Elektrifizierung ist die Umstellung des Fernverkehrs der Deutschen Bahn auf eine neue Generation von IC-Zügen.

Die Norddeutsche Eisenbahn Niebüll GmbH (neg) mit Sitz in Niebüll stand vor der Wahl, für die Weiterfahrt nach Dagebüll aus technologischen Gründen zwei neue Dieselloks anzuschaffen oder eine 14,5 Kilometer lange Oberleitung zum Fähranleger Dagebüll bauen zu lassen. Sie entschied sich für die zweite Variante.

Der benötigte Strom soll von 42 Windkraftanlagen kommen. Das Land unterstützt die Elektrifizierung und wird zunächst die Planungen finanzieren. Für eine 90-prozentige Bezuschussung des Projekts durch den Bund auf Grundlage des Klimapakets müssen eine Entwurfsplanung und eine positive Nutzen-Kosten-Untersuchung vorgelegt werden.

Laut Minister Buchholz können Urlauber auf dem Weg nach Föhr und Amrum damit auch weiterhin mit Fernzügen aus vielen Teilen des Bundesgebiets umsteigefrei den Fährhafen in Dagebüll erreichen. «Ich hoffe, dass mit dieser Investition der Urlauberanteil, der die klimafreundliche Anreise wählt, noch steigen wird», sagte er. Mit der Elektrifizierung und der Nutzung des regional erzeugten Ökostroms könne der Ausstoß von Kohlendioxid gesenkt werden.