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Beckenbauer gibt Stadion-Comeback - Auch Hoeneß eingeladen

München (dpa) - Franz Beckenbauer gibt sein Stadion-Comeback. Der 74-Jährige darf sich wie Uli Hoeneß das erste Heimspiel des FC Bayern nach dem Re-Start der Bundesliga vor Ort anschauen.

Nach Angaben der «Bild» gehören die beiden Ehrenpräsidenten des deutschen Fußball-Rekordmeisters dem auserwählten Personenkreis für das erste Geister-Heimspiel der Münchner gegen Eintracht Frankfurt am Samstag (18.30 Uhr/Sky) an.

«Ich werde das Geisterspiel genießen und mich ganz auf die Aktionen auf dem Platz konzentrieren», sagte Beckenbauer vor seinem ersten Stadionbesuch seit langem. «Sonst werde ich immer wieder gefragt: «Franz, wie hast du das gesehen?» Dabei mag ich es viel mehr, Fußball zu schauen, ohne viel reden zu müssen.» Laut Bericht wird er von Sohn Noel (19) zur Arena gefahren. Dieser darf aber wegen der strengen Corona-Regularien nicht hinein.

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat den beiden Club-Legenden öffentlich das Angebot unterbreitet. «Darüber hinaus würde ich mich freuen, wenn auch noch Uli Hoeneß und Franz Beckenbauer dabei wären. Beide sind ja Ehrenpräsidenten und haben sehr große Verdienste um den FC Bayern», sagte der 64-Jährige zuletzt in der «Sport Bild».

Wegen der Corona-Pandemie durfte die Bundesliga nur unter Einhaltung eines strengen Hygienekonzepts die Spielzeit fortsetzen. Zuschauer sind in den Stadien nicht erlaubt. Gastgebende Mannschaften dürfen eine Delegation von insgesamt acht Personen auf der Tribüne haben. Den Gäste-Clubs ist eine Gruppe von vier Personen gestattet. Bei den Auswärtsspielen rotieren die Münchner laut Rummenigge, bei den Heimspielen können alle Vorstände und Präsident Herbert Hainer im Stadion sein - und eben die Ehrenpräsidenten Hoeneß und Beckenbauer.

«Kalle hat mich angerufen und eingeladen. Nach längerer Zeit verlasse ich mal wieder die häusliche Umgebung», berichtete Beckenbauer nun. «Ich muss vorher einige Fragebögen ausfüllen, um überhaupt das Stadion betreten zu dürfen.» Zuletzt hatte Beckenbauer die Geisterspiele als «Chance der Trainings-Weltmeister» gesehen. «Ich habe selber viele Spieler erlebt, die auf dem Trainingsplatz geglänzt haben und denen samstags im vollen Stadion die Nerven flatterten», hatte der 74-Jährige gesagt. «Die profitieren von leeren Rängen, können wie im Training aufdrehen. Da kann es einige Überraschungen geben.»

Während der frühere Präsident und Aufsichtsratsvorsitzende Hoeneß nach der Amtsübergabe an Hainer im vergangenen Jahr weiter regelmäßiger Stadion-Besucher ist, kommt Beckenbauer nur noch zu seltenen Anlässen. Im September schaute er sich an der Seite von Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp das Bundesliga-Spiel zwischen der TSG 1899 und Borussia Mönchengladbach in Sinsheim an. In der Allianz Arena war er etwa vor Ort, als er vor einem Jahr anlässlich des 50. Jahrestages der ersten Double-Gewinner des Vereins geehrt wurde. Bayern siegte damals 3:1 gegen Hannover.