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Deutsche Handballer starten mit Sieg in WM-Hauptrunde

Köln (dpa) - Bundestrainer Christian Prokop klatschte begeistert Beifall, als sich seine Schützlinge nach dem Traumstart in die WM-Hauptrunde von den begeisterten Fans feiern ließen.

Mit dem 24:19 (14:10) gegen Island haben die deutschen Handballer ihre Medaillenchance in der Gruppe 1 gewahrt und die Euphorie bei der Heim-Endrunde auf ein neues Level ansteigen lassen. Vor 19 250 Zuschauern in Köln waren Rückraumspieler Steffen Fäth mit sechs Toren und Kapitän Uwe Gensheimer (5) die besten Werfer.

«Das ist die schönste Zeit, die wir erleben. Wenn man von privaten Glücksmomenten absieht, ist das beruflich die schönste Zeit in unserem Leben», sagte Prokop glückselig. «Das ist für uns alle eine Wahnsinns-Geschichte», meinte der Bundestrainer und blickte schon nach vorn: «Fakt ist, dass wir bei den nächsten beiden Gegnern die tolle Kulisse brauchen werden.»

Auch Aufbauspieler Paul Drux war schwer beeindruckt vom tollen Publikum. «Es ist der Wahnsinn! Ich verstehe kaum mein eigenes Wort, ich habe so etwas noch nie erlebt», sagte der Mann von den Füchsen Berlin. «Gänsehaut pur», spürte Fabian Böhm «Es war gefühlt so, als hätten nicht 19 250, sondern 50 000 Menschen mitgesungen.»

Dank des Sieges übernahm die DHB-Auswahl mit 5:1 Zählern die Tabellenführung vor dem punktgleichen Titelverteidiger Frankreich. Der sechsmalige Rekord-Weltmeister hatte sich zuvor gegen Europameister Spanien mit 33:30 (17:15) behauptet. Die Iberer haben damit kaum noch Aussichten auf das Halbfinale. Kroatien (4:0), am Montag nächster deutscher Gegner, bestreitet erst am Sonntag sein erstes Hauptrundenspiel gegen Brasilien.

Am Vormittag hatte Prokop seinen ersten Joker gezogen und für WM-Neuling Franz Semper Europameister Kai Häfner ins Aufgebot berufen. Der 29-Jährige von der TSV Hannover-Burgdorf saß wie Steffen Weinhold, der nach seiner im Frankreich-Spiel erlittenen Zerrung im Adduktorenbereich noch etwas geschont werden sollte, zunächst aber auf der Bank.

Beflügelt von der begeisternden Stimmung auf den Rängen legte die DHB-Auswahl einen guten Start hin. Beim 5:2 (7. Minute) gelang die erste Drei-Tore-Führung. Zwei Zeitstrafen nacheinander und einige Fehlwürfe begünstigten dann jedoch einen 4:0-Lauf der Isländer zum 5:6 (13.).

Prokop reagierte mit einer ersten Auszeit. «Jungs, ganz wichtig: Bei uns bleiben, uns nicht verrückt machen lassen», schwor der Bundestrainer seine Schützlinge ein. Doch es blieb vorerst eng, weil die Isländer in der Abwehr beherzt zupackten und der deutschen Offensive kaum Lücken boten.

Das änderte sich erst nach einigen personellen Veränderungen im deutschen Team. Kreisläufer Jannik Kohlbacher verteidigte nun auf der Halb-Position und stabilisierte die Abwehr, im Angriff sorgte Häfner für Belebung. Zudem steigerte sich Torwart Andreas Wolff. So ging es mit einem Vier-Tore-Polster in die Pause, in der die Zuschauer dem 78er Weltmeister Joachim Deckarm ein Ständchen zum 65. Geburtstag sangen: «Happy Birthday».

Danach ging es in Hochstimmung weiter. Auch wenn nicht alles rund lief, baute das deutsche Team den Vorsprung beim 16:11 (36.) erstmals auf fünf Treffer aus. Doch die Isländer ließen erst einmal nicht locker, obwohl ihr Star Aron Palmarsson in der zweiten Halbzeit nicht mehr mitwirken konnte. Dank einer weiter starken Abwehrleistung geriet die DHB-Auswahl jedoch nicht mehr in Gefahr und wurde schon vor dem Abpfiff von den begeisterten Fans gefeiert.