— Sport—

Mehr Geld für den Spitzensport vom BMI

von DPA Donnerstag, 11. Oktober 2018 10:51 Uhr


Frankfurt/Main (dpa) - Der Deutsche Olympische Sportbund erhält deutlich mehr Fördermittel vom Bundesinnenministerium zur Umsetzung der Spitzensportreform.

In Verhandlungen mit dem BMI wird dem DOSB nach dpa-Informationen laut einem Konsenspapier statt der aus Berlin zunächst avisierten zusätzlichen 30 Millionen Euro nun 57,75 Millionen Euro extra für 2019 überwiesen. Endgültig abgesegnet werden soll der Betrag am 8. November auf der Bereinigungssitzung der Haushaltspolitiker.

Ursprünglich hatte der Dachverband für nächstes Jahr allerdings 114 Millionen Euro zusätzlich gefordert. Für 2018 hatte der DOSB ein Plus von 23 Millionen Euro erhalten, womit die Gesamtfördersumme für den Leistungssport auf 193 Millionen gestiegen war. «Wenn die Medien mal weniger zur Reform berichten, heißt dies keineswegs, dass es nicht in der Sache voran geht», sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer jüngst in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Ein wesentliches Ziel der Spitzensportreform sind mehr olympische Medaillen frühestens bei den Winterspielen 2026 und bei den Sommerspielen 2028. Zu den erreichten Reformschritten zählen für Seehofer die Potenzialanalyse (PotAS) für die olympischen Wintersportarten, nach der die konkrete Förderung für die sieben Verbände auf den Weg gebracht werden können. Die Zahl der Bundesstützpunkte der Sommersportarten wird von 184 auf 154 und bei den Wintersportarten von 36 auf 30 verringert. «Großbritannien brauchte 16 Jahre von der einen Goldmedaille bei den Olympischen Sommerspielen 1996 bis zu den 29 Goldmedaillen bei den Spielen 2012», sagte Seehofer.

Seit dem Wechsel im BMI von Thomas de Maizière (CDU) zu Seehofer (CSU) sowie der Versetzung des Abteilungsleiters Sport Gerhard Böhm in den Ruhestand und die Berufung von Beate Lohmann zu dessen Nachfolgerin habe sich die Zusammenarbeit «mit der Abteilungsleitung Sport deutlich verbessert», sagte Dirk Schimmelpfennig, Vorstand Leistungssport im DOSB. Für DOSB-Präsident Alfons Hörmann ist zudem nach zwei Treffen zur Reform Seehofer, «ein wertvoller Gesprächspartner» geworden.

Ob die aus Sicht des DOSB erreichten Fortschritte bei der Umsetzung der Reformen genügen, den Burgfrieden nach dem Aufstand einiger Spitzenverbände gegen Hörmann bis zur Mitgliederversammlung am 1. Dezember in Düsseldorf zu wahren, muss sich zeigen. «Wir sind aus meinem Verständnis bei der Halbzeit der Reform angekommen», sagte Hörmann. «Jetzt geht es in die zweite Hälfte - und das passt gut zur vierjährigen Amtszeit.»

Nach der abgeschlossenen Potenzialanalyse im Wintersport, soll die für die Sommersportarten starten. «Für den Olympiazyklus 2021 bis 2024 wird es 2019 beginnen», kündigte Schimmelpfennig an. Durch die Analyse für den Winter werde den Verbänden gezeigt, in welchen Bereichen sie gut aufgestellt seien und in welchen Handlungsbedarf bestehe. Die Analyse werde nun noch einmal geprüft, um die für den Sommersport noch effizienter gestalten zu können.

Bis dahin wird es noch vieler Anstrengungen bedürfen, um nicht nur die erfolgreichen Verbände auf Reformkurs zu halten, sondern auch kriselnden Sportarten eine Perspektive zu bieten und die Athleten mitzunehmen. Zuletzt hatte die einstige Athletenvertreterin Silke Kassner vor dem Sportausschuss des Bundestages geklagt, dass es «viel Unsicherheit bei den Athleten» gebe und durch die Reform «bisher keine Verbesserungen» in Sicht seien.

Für den deutschen Eishockey-Präsidenten Franz Reindl waren «die Gespräche am Anfang grausam». Heute ist er «voll für die Reform», wie er am Mittwoch in Berlin sagte. Er ist auch deshalb gut auf das Verfahren zu sprechen, weil sein Verband in der PotAS-Analyse hinter dem Bob- und Schlittensportverband auf Rang zwei geführt wird.





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