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Retter gesucht: Düsseldorf und Bremen unter Zugzwang

Bremen/Düsseldorf (dpa) - Retter dringend gesucht! Nach den beiden 0:3-Niederlagen am Sonntag ist der Druck auf Fortuna Düsseldorf und Werder Bremen im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga noch einmal deutlich gestiegen.

Auf der Suche nach den Wegen aus der Krise gehen die beiden Traditionsclubs aber unterschiedliche Wege. Während in Düsseldorf seit Tagen über Trainer Friedhelm Funkel und ein Ultimatum der Vereinsgremien diskutiert wird, herrscht in Bremen ungeachtet der bereits sechsten Niederlage in der einstigen Festung Weserstadion weiter Ruhe.

Zu viel Ruhe? Denn spätestens seit dem 0:3 gegen Hoffenheim muss in Bremen eigentlich allen klar sein, dass etwas passieren muss. Trainer Florian Kohfeldt steht nach wie vor nicht zur Disposition, doch der Kader braucht bis zum Ende der Transferperiode am Freitag dringend noch eine Auffrischung. Ein Stürmer muss unbedingt her, wollen die Bremer im Kampf um den Klassenerhalt eine realistische Chance haben. In keinem der vergangenen drei Heimspiele gelang den Hanseaten ein eigener Treffer.

Es ehrte Kohfeldt nach der Niederlage gegen Hoffenheim, dass er nicht vehement einen neuen Angreifer forderte. Doch auch dem Werder-Coach ist klar: So geht es nicht weiter. Auch, weil er und Sportchef Frank Baumann aller Verletzungssorgen zum Trotz den Kader vor der Saison falsch eingeschätzt und überschätzt haben.

Nach dem Ausfall von Niclas Füllkrug steht in Milot Rashica nur noch ein Stürmer mit Bundesliga-Niveau im Kader. Josh Sargent blieb auch gegen Hoffenheim wieder den Beweis schuldig, dass er mehr als ein Ergänzungsspieler ist. Yuya Osako ist ebenfalls keine Hilfe und Claudio Pizarro in seiner Abschiedssaison nur noch eine Option für ein paar Minuten. Da die Bremer zudem aus dem Mittelfeld heraus nahezu keine Gefährlichkeit ausstrahlen, herrscht Alarmstufe rot. «Wir sind zu wenig im Strafraum», sagte Kohfeldt. «Das Spiel im letzten Drittel war einfach nicht gut.»

Es war daher schon erstaunlich, wie äußerlich ruhig Baumann die Situation bewertete. «An der grundsätzlichen Situation hat sich durch das Spiel nichts geändert», sagte der Ex-Profi. «Das Spiel hat keinen Einfluss auf die Kaderplanung.» Eine Meinung, die er exklusiv hatte.

Auch in Düsseldorf haben sie den Spielermarkt in diesen Tagen genau im Auge. Bis auf Rouven Hennings (11 Tore) trifft kein Düsseldorfer hochprozentig. In fünf der vergangenen sechs Partien erzielten die Rheinländer kein Tor. Weshalb Sportdirektor Lutz Pfannenstiel klarmachte, dass bis Freitag noch etwas passieren soll. In erster Linie suchen die Düsseldorfer aber einen Mittelfeldspieler, der Struktur in die Aktionen bringen soll.

Ungeachtet des jüngsten 0:3 in Leverkusen gibt sich Funkel nach wie vor zuversichtlich, wie im Vorjahr mit der Mannschaft die Klasse zu halten. «Wenn wir so weiterspielen, werden wir Punkte holen und die eine oder andere Mannschaft überholen. Davon bin ich nach diesem Auftritt mehr denn je überzeugt», sagte der Trainer-Routinier nach der ordentlichen, am Ende aber chancenlosen Leistung in Leverkusen. Allerdings räumte Funkel ein, dass langsam Siege her müssen. Er sei nicht blauäugig, sagte der Fortuna-Coach. Die Partie gegen Eintracht Frankfurt am Samstag könnte schon ein Endspiel für Funkel sein.