Wort zum Sonntag

Achtung Baustelle

Manchmal muss ich an den Filmtitel denken: „Das Leben ist eine Baustelle.“ Nie ist man so richtig fertig, oft kommen unvorhergesehene Herausforderungen, gern auch mehrere zugleich. Morgen feiern wir einen Baustellengottesdienst. Aus Sicherheitsgründen geht das nicht in unserer entkernten St. Jürgen-Kirche; es soll ja niemand stolpern oder etwas auf den Kopf bekommen und plötzlich eine gesundheitliche Baustelle mehr haben. Wenn das Wetter mitspielt, sind wir stattdessen auf der Kirchwiese und schauen von außen auf das, was ist und das, was werden soll. Vom Keller bis zum Dach. Ich glaube, es ist gut, die Sachzwänge und Befürchtungen, Möglichkeiten und Hoffnungen vor Gott zu bringen. Auch im Leben. Im 127. Psalm heißt es: „Wenn nicht der Herr das Haus baut, mühen sich vergeblich, die daran bauen. Doch seinen Geliebten gibt er es im Schlaf.“ Ganz so eindeutig erlebe ich es nicht. Aber im Miteinander, bei Musik und Kaffee können sich Zuversicht und Gelassenheit einstellen.

Luise Jarck-Albers, Pastorin in Heide

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