Wort zum Sonntag

Du bettest die Toten in Farben der Liebe und salzige Tränen

Ewigkeitssonntag: Wir denken an unsere Verstorbenen, nennen ihre Namen und entzünden Kerzen. Eine stille Zeit, 2020 vielleicht noch stiller. Zeit der Trauer. In dem Lied „Du bettest die Toten“ wird davon erzählt: „Vor unseren Augen bleibt Erinnerung, Geschichten und Bilder im Kopf. Tränen fließen, die Grenze verschwimmt, wir können nicht halten, was uns nicht gehört.“

Ja, Weinen ist erlaubt. Erinnerungen kommen und gehen, werden im Kreise der Lieben ausgetauscht. Und unter Tränen müssen wir lachen: „Wisst ihr noch?“ Ob das laute Lachen der Mutter oder die Leidenschaft für Skat des Großvaters. Es ist so viel Fülle im Leben gewesen. Dieser Tage können wir das alles in Gottes Hand legen.

„Und Neues zu suchen, das Leben im Tod.“ Mitten im Tod sind wir umfangen vom Leben. Das glaube und hoffe ich, wenn ich dieser Tage die Gräber meiner Lieben aufsuche und wir uns coronakonform im kleinsten Familienkreis über unsere Lieben austauschen, die nicht mehr unter uns sind. Und ich lege in Gottes Hand, was war, was ist, was bleibt: „Das Lächeln des Lebens, die Last der Tage, in deiner Hand ruht, was war, was ist, bleibt.“

Tanja Sievers, Pastorin in Heide