Wort zum Sonntag

Ein Hauch von Ewigkeit am Dienstag

Dienstags, viertelvorzwei in Dithmarschen. Mittagspause. Noch ’nen Kaffee? Ja, wäre nicht schlecht. Das Smartphone immer schön in der Nähe. 13:53 Uhr. Es klingelt. Die Nummer auf dem Display verrät: Notruf-Einsatzleitstelle Elmshorn. Ich melde mich mit vollem Namen. 

„Bin ich richtig bei der Notfallseelsorge?“ „Ja, ich habe Rufbereitschaft in dieser Woche.“ „Dann habe ich Arbeit für Sie!“ Stift und Papier werden gegriffen. Der Ort, die Straße werden notiert. Ich wiederhole. Der Name wird buchstabiert. Tod. Beistand wird gefordert für die, die im Schock sind. Ich frage nach dem Zeitpunkt des Hilferufes. Antwort: Viertelvorzwei. In derselben Minute Lebensmut und Todesdurst. In der selben Minute Tagesunterbrechung und Lebensbruch. In der selben Minute Atem schöpfen und Atem loslassen. Das eine wie das andere sind miteinander verwoben. 

Mitten im Leben vom Tod umfangen, heißt hinter die Dinge zu schauen und dabei die Träume spazieren zu führen. Wenn es sein muss, auch dienstags. Die Mittagspause ist in jedem Fall gut dafür.

Ina Brinkmann, Kirchengemeinde Büsum