Wort zum Sonntag

Konsequent solidarisch

Böse kommt uns das Corona-Virus nah und immer näher wie eine - noch - zögerliche Katastrophe. Wir lernen gerade, dass wir längst nicht alles im Griff haben, und dadurch geraten wir in den Griff lähmender Angst. Nudeln und Klopapier werden zu fragwürdigen Symbolen unserer Ohnmacht. Selbstverständliches gerät ins Wanken.

Übermorgen schließen die Kitas und Schulen. Das gesellschaftliche Leben pausiert. Die Wirtschaft erkrankt. Und schon morgen wird das öffentliche Gebet in Quarantäne geschickt. Gottesdienste sind seit gestern untersagt wie auch sonst alle öffentlichen Veranstaltungen. Und es ist auch richtig, dass wir uns verlangsamen, Zeit gewinnen und dieses Virus ausbremsen, so gut wir es können. Gemeinsam sind wir schwach - und doch irgendwie auch stark. Denn geholfen wird uns nur, wenn jeder das Seine tut und mitträgt an diesen konsequenten Maßnahmen, verständnisvoll und mit der nötigen Ruhe. Auf unseren Zusammenhalt kommt es jetzt an. Und darauf, diejenigen nicht aus dem Blick zu verlieren, die am ehesten gefährdet sind.

Es ist ja nicht leicht: Wir sollen uns gerade nicht treffen, Raum zwischen uns lassen, keine gemeinsame Zeit verbringen, und manchen doch viel näher sein als in weniger unheilvollen Zeiten. Vergessen Sie nicht die Schwächsten in dieser Krise, lassen Sie nicht die Furcht herrschen, seien Sie konsequent solidarisch und beten Sie in Sorgen und Sehnsüchten gegen dieses Virus an. Und bleiben Sie von Gott behütet.

Dr. Andreas Crystall, Propst