Wort zum Sonntag

Schönheit des Lebens wahrnehmen

Zwei Freunde unternehmen einen Spaziergang bei „Dithmarscher Wetter“. Fröstelnd bemerkt der eine mit Blick auf die Wolkendecke: „Was für ein kalter, dunkler, unfreundlicher Tag!“ Erst jetzt bemerkt er, dass der andere stehen geblieben ist und seine Kamera hervorholt. Sorgsam richtet der das Objektiv auf dieselbe Stelle am Himmel und kommentiert: „Was für ein phantastisches Wolkenbild! Die Ränder sind in wunderschönen, warmen Pastelltönen von der Sonne beleuchtet!“

Das Leben kann so schön sein - wenn wir es nur entsprechend wahrnehmen. Aber oftmals versperren uns unsere eigene Stimmung, Erlebnisse der jüngsten Vergangenheit, die Not anderer Menschen oder eigene Schuld den Blick auf die Pastellfarben in den Wolkenlöchern. Der Prophet Elia hört im Zustand tiefster Verzweiflung, wie Gott ihn ermutigt. Als er nur noch den Berg seiner Schuld und die Bedrohung seines Lebens „vor Augen“ hat, wird sein Blick auf leckeres Brot und einen Krug mit Wasser gelenkt, und eine Stimme sagt zu ihm: „Nimm, iss und trink! Du brauchst jetzt Kraft für den neuen Weg, der vor dir liegt.“

Einen solchen neuen, hoffnungsvollen Blick kann Gott uns schenken - immer wieder. Weitere Beispiele hierzu werden am Sonntag in vielen Gottesdiensten bedacht werden. Herzlich willkommen!

Harald Meyenburg, Pastor in Wesselburen und Neuenkirchen