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Im zweiten Anlauf und bei bestem Wetter

Video Aktualisiert Kohltage: Feierliche Eröffnung mit Anschnitt in Brunsbüttel

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Im zweiten Anlauf klappte es hervorragend, und das auch noch bei strahlendem Sonnenschein: Mit dem traditionellen Kohlanschnitt sind die diesjährigen Dithmarscher Kohltage am Mittwoch offiziell und feierlich eröffnet worden.
17.09.2025, 12:31 Uhr aktualisiert um 18:28 Uhr
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Ernteten die ersten Pflanzen vom Brunsbütteler Kohlbeet: v.l. Kreispräsidentin Ute Borwieck-Dethlefs und Minister Werner Schwarz. Es schauen zu die Kohlregentinnen Saskia I. und Solveigh I., Bürgermeister Martin Schmedtje und Landrat Thorben Schütt. Foto: Rose

Am Dienstag fiel der Start der Kohltage ins Wasser – sprichwörtlich und auch tatsächlich: Starkregen und orkanartiger Wind zwangen das Brunsbütteler Stadtmarketing zur Absage. Am Mittwoch wurde der festliche Auftakt mit dem Kohlanschnitt nachgeholt. Diesmal bei bestem Wetter und sogar strahlendem Sonnenschein.

Das Messer schwangen als erste Kreispräsidentin Ute Borwieck-Dethlefs und Minister Werner Schwarz. Sie ernteten die ersten Pflanzen aus dem eigens angelegten Kohlfeld neben dem Elbeforum. „Jetzt ernten wir das gesamte Kohlfeld und trinken anschließend an der Bühne einen Kohlschnaps“, scherzte der Minister nach dem offiziellen Anschnitt. Für das Erstere fehlte allerdings die Zeit, für das Zweite sicher nicht.

Kohlbeet statt Kohlfeld

Dass es sich diesmal um ein Kohlbeet und nicht – wie sonst üblich – ein Kohlfeld handelt, sorgte bei der Kreispräsidentin für Begeisterung: „Als ich das zum ersten Mal hörte, fand ich es ein wenig eigenartig, das gebe ich zu. Inzwischen sage ich, dass es ein guter Weg ist, den Kohl zu den Menschen zu bringen.“ Ein Kohlbeet sei sicher auch eine gute Idee für den eigenen Garten: „Das ist doch ein prima Urban Gardening. Dem Kohl direkt in der Stadt beim Wachsen zuschauen zu können, ist sicherlich für den einen oder anderen sehr interessant. Und vielleicht hilft es ein bisschen auch dabei, die Sorgen und Nöte unserer Landwirte besser zu verstehen.“

Der Beginn einer eigenen Jahreszeit

„Der Kohlanschnitt läutet bei uns in der Region stets eine eigene Jahreszeit ein“, sagte der Landrat. Dithmarschen ohne Kohl ist nicht vorstellbar, umgekehrt ebenso wenig. „Ich freue mich schon sehr auf meine Kohlroulade zum Mittagessen“, sagte er. 

Das haben viele Besucher am Mittwoch auch beherzigt. Zur klassischen Mittagszeit sind fast alle Bierzeltgarnituren im Freien auf dem Von-Humboldt-Platz belegt, die einen Gäste sitzen genussvoll vor ihrer Kohlroulade, die anderen vor einer Kohlpfanne mit Krabben, die süßen wiederum bei einem großen Stück Kuchen, den die Landfrauen angeboten haben. Kulinarisch geht keiner leer aus. Gleichzeitig genießen alle Besucher das unterhaltsame Programm auf der Bühne mit einer Mischung aus Musik und Smalltalk. Zahlreiche Stände bieten diverse Dinge rund um den Kohl an - so gibt es auch aus Sauerkrautsaft hergestellte Seifen. Im Elbeforum selbst, das Teil der Veranstaltungsfläche ist, gibt es reichlich Deko und selbst gemachte Kissen oder Socken zu kaufen. 

Die letzten Amtstage der Kohlregentin

Im Gespräch mit der Agrarjournalistin und Moderatorin Martina Leißner plaudert die noch amtierende Kohlregentin Solveigh I. über ihr Amt, das sie seit zwei Jahren innehat und das am Ende der Kohltage auch an ihre Nachfolgerin übergibt. Die aus Karolinenkoog stammende Kohlregentin fühlt sich in ihrer Tracht wohl - und in die Rolle der Repräsentantin für Dithmarschen als Kohlregion schlüpfe man im wahrsten Sinne des Wortes hinein, so die Kohlregentin. Ihre Botschaft an alle Besucher ist eindeutig: „Das Leben ist zu kurz und daher sollte man eher über den Tellerrand schauen“, sagte sie in dem Gespräch. Was kulinarisch auch bedeutet: Dithmarscher Mehlbeutel mit Speck, dann ohne Kohl, schmecken natürlich oberlecker, so Solveigh I. 

Gefüllte Kohlrabi in Weißweinsoße

Apropos: Im Bürgersaal duftet es nach Kohl, Knoblauch und Sojasauce. Dort kocht die vegankochende Influencerin Rosa Roderigo (auf Instagram: rosakochtgruen) gerade aus Kohlzutaten ein frisches Gericht. In einer Schüssel liegen die blanchierten Rosenkohlhälften. „Die mache ich gleich in einer Sojasesamsoße, aber karamellisiert“, sagt die 29-Jährige, die fast 246.000 Follower auf ihrem Instagram-Kanal hat. Ihre Freundin Rebecca ist mit dabei, auch sie bereitet ein Show-Essen vor, das zeigen soll: Vegan geht es auch. Sie macht gefüllten Kohlrabi in einer Weißweinsoße. Am Ende dürfen die zahlreichen Zuschauer der Live-Kochshow verkosten - und als Rosa fragt, wie es geschmeckt, gehen alle Daumen sofort hoch. 

Am Ende sind Stadtmanager Martin Rösler und sein Team froh, dass zumindest der zweite Tag der über Monate vorbereiteten Mega-Veranstaltung gut gelaufen ist. „Wir sind total zufrieden“, sagt Rösler.

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