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Brunsbüttel

Aktualisiert Nach Tod eines Säuglings: Ermittlungen gegen Jugendamtsmitarbeiter

Im Fall des verhungerten Babys in Brunsbüttel hat die Staatsanwaltschaft Itzehoe ein neues Verfahren eingeleitet. Ein Mitarbeiter des Jugendamtes Dithmarschen steht unter Verdacht, durch Unterlassung zum Tod des Kindes beigetragen zu haben. Landrat Schütt zeigt sich betroffen.
01.10.2025, 15:43 Uhr aktualisiert um 16:17 Uhr
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Die Wohnung, in der der vier Monate alte Säugling ums Leben kam, wurde von der Polizei beschlagnahmt. Foto: Golejewski

Im Fall des verhungerten Mädchens im Säuglingsalter ist das Heider Jugendamt ins Visier der Ermittler geraten. „Das separate Verfahren richtet sich nun gegen einen Mitarbeiter des Jugendamtes des Kreises Dithmarschen“, sagt Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow gegenüber Boyens Medien. Aus diesem Grund seien am Mittwoch Büroräume im Kreishaus sowie Privaträume des Mitarbeiters durchsucht worden. Es habe sich um eine „Zwecksicherstellung von Beweismitteln“ gehandelt, so der Oberstaatsanwalt weiter.

So sei ein Ermittlungsverfahren gegen den Jugendamtsmitarbeiter wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung sowie der fahrlässigen Körperverletzung „jeweils durch Unterlassung“ in Gang gesetzt worden. Der Vorwurf der Körperverletzung durch Unterlassen beziehe sich auch auf die Geschwister des toten Mädchens, ein knapp drei Jahre altes Zwillingspaar, das inzwischen anderweitig untergebracht wurde. 

Landrat Schütt: „Erschüttert über das Geschehene“

Landrat Thorben Schütt äußerte sich am Mittwochnachmittag erstmals öffentlich zu dem Fall. „Mit tiefer Betroffenheit und großer Trauer nehmen wir Anteil am Tod des Mädchens. Unser aufrichtiges Beileid gilt den Angehörigen. Der Kreis Dithmarschen ist erschüttert über das Geschehene“, ließ er mitteilen. Nun setze man alles daran, die Hintergründe dieses Falls vollumfänglich aufzuklären. „Für das Jugendamt steht das Kindeswohl stets im Zentrum seines Handels. Insbesondere gilt unsere Aufmerksamkeit jetzt auch dem Schutz und der Begleitung der Geschwister. Ihre Sicherheit und Gesundheit haben für uns oberste Priorität.“

Nach jetzigem Kenntnisstand sei „jeder Gefährdungsmeldung gemäß der fachlichen Standards nachgegangen“ worden, ergänzte Kreis-Pressesprecherin Melanie Herrmann. „Das Jugendamt unterstützt die Ermittlungsbehörden bei den laufenden Ermittlungen vor Ort.“ Vor dem Hintergrund des laufenden Verfahrens könne sich der Kreis zu weiteren Einzelheiten nicht äußern.

In Brunsbüttel ist die Bestürzung groß. Am Dienstagabend versammelten sich zahlreiche Bürger vor dem Wohnhaus der Familie im Beamtenviertel, um Blumen, Kerzen und Plüschtiere niederzulegen. Alle bewegt die Frage nach dem Warum – und ob der Tod des kleinen Mädchens hätte verhindert werden können. Das vorläufige Obduktionsergebnis, das am Dienstag veröffentlicht wurde, deutet darauf hin, dass der Säugling verhungert ist. Die Mutter und ihr Lebensgefährte (beide 24) befinden sich in Untersuchungshaft.

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