Seniorin aus Brunsbüttel verliert 18.000 Euro an Betrüger
Die Masche zieht immer noch - gerade bei älteren Menschen: Ein falscher Polizeibeamter hat am Donnerstag eine Seniorin aus Brunsbüttel um 18.000 Euro Bargeld betrogen. Laut Polizei hätten die Täter sich in Gesprächen über Stunden das Vertrauen der 82-Jährigen erschlichen.
Nach bisherigen Erkenntnissen erhielt die Seniorin aus der Straße Am alten Wall am Donnerstagvormittag gegen 11 Uhr einen Anruf von einem bislang unbekannten Täter. Dieser stellte sich nach Polizeiangaben als „Matthias Gutscheck“ vor und gab sich als Polizeibeamter aus. Im Gespräch behauptete er, die Polizei habe in der Nähe ihres Wohnortes zwei Personen nach einem Überfall auf eine ältere Dame festgenommen. Bei der Durchsuchung der Tatverdächtigen sei eine Liste mit Namen und Anschriften möglicher weiterer Opfer aufgetaucht, auf der auch der Name der 82-Jährigen stehe. Unter diesem Vorwand drängte der Unbekannte die Seniorin dazu, ihr Erspartes in Sicherheit zu bringen und es der Polizei zu übergeben.
Die Angerufene war zunächst misstrauisch. Den Tätern gelang es jedoch, die Frau zu täuschen, indem sie das Gespräch an einen vermeintlichen Polizeinotruf, eine angebliche Psychologin und weitere Komplizen weiterleiteten. Insgesamt übten diverse Anrufer über sechs Stunden hinweg psychischen Druck auf das Opfer aus.
Nachdem die Seniorin schließlich 18.000 Euro Bargeld bei ihrer Bank abgehoben hatte, erschien gegen 17:10 Uhr ein Geldabholer an ihrer Wohnanschrift und nahm das Bargeld entgegen.
Die Kriminalpolizei bittet Zeuginnen und Zeugen, die am Donnerstag im Zeitraum von
11 Uhr bis 17:15 in der Straße Am alten Wall oder der unmittelbaren Umgebung verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben, sich zu melden.
Der Abholer soll männlich, etwa 175 cm groß und sehr schlank gewesen sein. Er hatte dunkle, kurze Haare und keinen Bart. Der Mann sprach laut Angaben der Geschädigten mit einem möglicherweise südeuropäischen Akzent. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei unter der Rufnummer 0481/940 entgegen.
Die Polizei weist nachdrücklich darauf hin, dass echte Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte am Telefon niemals die Herausgabe von Bargeld, Schmuck oder anderen Wertsachen verlangen. Wer einen solchen Anruf erhält, sollte das Gespräch sofort beenden und keine persönlichen oder finanziellen Angaben machen.
Betroffene sollten auch auf angezeigte Telefonnummern nicht vertrauen, da Täter diese manipulieren können. Im Zweifel empfiehlt die Polizei, selbstständig die örtlich zuständige Dienststelle oder den Polizeinotruf 110 zu kontaktieren und dabei nur selbst recherchierte oder bekannte Rufnummern zu nutzen. Außerdem empfiehlt es sich, Angehörige oder Vertrauenspersonen einzubeziehen, bevor Geld oder Wertsachen an Unbekannte übergeben werden.
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