GHO-Zehntklässler reisen nach Portugal
Nina Bergmann Alle Artikel von Nina Bergmann ansehen
Fiona Bald, Candida Deutschbein und Finja Grünhagen aus der zehnten Klasse des Gymnasiums Heide-Ost (GHO) berichten über eine Portugalfahrt. 13 Schülerinnen und Schüler hatten "die großartige Chance", im Rahmen des Erasmus-plus-Programms voll finanziert für eine Woche nach Portugal zu reisen.
Die Schülerinnen beschreiben: "Die Reise war als biologische Exkursion geplant, mit dem Ziel, unseren Nationalpark Wattenmeer, in dem wir uns als Schülerinnen und Schüler einer Nationalparkschule schon gut auskennen, mit dem Naturschutzgebiet Corno do Bico im Norden Portugals zu vergleichen. Die Menschen an unserer Gastgeberschule AEPC in Paredes de Coura haben uns mit ihrer Gastfreundschaft und Warmherzigkeit und einem beeindruckend zusammengestellten Programm so viel mehr ermöglicht, als pure biologische Einblicke. Durch ihre offene Art haben wir uns vom ersten Treffen an gefühlt wie bei alten Freunden."
Eine Gruppe aus Schülern und Lehrkräften holte die Gäste aus Heide am Flughafen in Porto ab und zeigte ihnen in einer umfangreichen, informativen Tour die Stadt. Besonders blieb den Besuchern die kulinarische Spezialität Francesinha in Erinnerung. Nach der Stadtführung ging es in das anderthalb Stunden nördlich von Porto gelegene Parades de Coura und die Unterkunft im Naturschutzgebiet Corno do Bico. Die Unterkunft "war für unsere Bedürfnisse wie geschaffen. Mit Liebe versorgten uns die Köchinnen. Durch traditionelle Tänze, Gebäck und Wurfspiele - unserem Wikingerschach sehr ähnlich - lernten wir die nordportugiesische Kultur mit vollem Körpereinsatz kennen".
"Das Highlight für uns war ein ganzer Schultag in der Partnerschule." Bei einem Frühstück mit der gesamten zehnten Klassenstufe der Schule sowie deutschen und portugiesischen Spezialitäten freuten sich die Gastgeber über Geschenke aus Deutschland. "Die Stadtverwaltung Heide hatte uns Grußbriefe an die dortigen Gemeindevertreter mitgegeben, immerhin wurden einige Teile unserer Reise von der Gemeinde Paredes de Coura co-finanziert; als Nationalparkschule wurden wir vom Nationalpark Wattenmeer unterstützt und konnten der Schule ein Zugvogelspiel übergeben."
Danach ging es in den computergestützten Matheunterricht einer zehnten Klasse, "nach dem wir uns wünschten, unser Matheunterricht wäre auch manchmal so. Uns fiel auf, dass das Schüler-Lehrer-Verhältnis sich von unserem stark unterscheidet: Trotz der Nähe, die sich auch körperlich durch Umarmungen zeigt, gibt es eine Art unausgesprochenen Respekt." Auch sahen die Heider Schüler, dass sich der Schulalltag von ihrem sehr unterschied. "Vom täglichen Umgang bis zu Bürokratie und Normen schien alles etwas offener und herzlicher."
Ein weiteres Highlight war die atemberaubende Schönheit der Wälder, die während diverser Wanderungen zu bestaunen und für Dithmarscher mit Bergen und Hügeln natürlich besonders ungewohnt waren. Begleitet wurden sie jeden Tag von Lehrkräften und Schülern und einmal auch vom gesamten Bergwanderclub der Schule mit 48 Personen aus allen Klassen. "Besonders ins Herz geschlossen haben wir die Biolehrerin Teacher Ana - dort spricht man die Lehrer mit Vornamen an -, die uns die örtliche Geologie und Biologie mit viel Einsatz nahegebracht hat."
Die Tage vergingen viel zu schnell, und der Abschied rückte immer näher. Das Beste kam wie im Sprichwort zum Schluss: ein Ausflug in die Stadt der Künstler mit atemberaubendem Blick über das Minho-Delta und an den Strand an der spanisch- portugiesischen Grenze. "Während die Portugiesen uns warnten, bloß nicht ins kalte Wasser zu gehen, befanden wir Dithmarscher das Wasser als perfekt temperiert für zumindest ein Fußbad. Unter ungläubigem Kopfschütteln der Portugiesen tobten wir ausgelassen in der Brandung." Danach hieß es Abschied nehmen. Manche Abschiede waren tränenreich. "Schweren Herzens flogen wir zurück nach Deutschland und wurden mit typisch norddeutschem Wetter empfangen."
Fazit: "Portugal ist uns in der kurzen Zeit zur zweiten Heimat geworden und hat uns alle in individueller Weise berührt. Wir haben uns vorgenommen, unseren kühleren Dithmarscher Alltag mit der portugiesischen Herzlichkeit und Wärme aufzupeppen und freuen uns sehr auf weiteren Kontakt und hoffentlich einen baldigen Gegenbesuch unserer Gastgeber. Muito Obrigado."
© Boyens Medien - Texte und Fotos sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weitere Artikel