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3. Handball-Liga Nord-Ost:

Das Los der Amateure: Eider Harde vor Mammut-Herausforderung

Mit Wut im Bauch treten die Handballer der HSG Eider Harde die Monstertour an die deutsch-tschechische Grenze zum SV 04 Plauen-Oberlosa an.
02.10.2026, 16:58 Uhr
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Schöne Erinnerung: Gegen Plauen gewann die HSG Eider Harde, hier Sönke Hartwich, vergangene Saison beide Spiele. Archivfoto: Kolb

„Dass es in der 3. Liga möglich ist, ein Spiel an einem Sonntag anzusetzen, für das eine Mannschaft 630 Kilometer fahren muss, finde ich nicht gut“, kritisiert Eider-Trainer Matthias Hinrichsen die Ansetzung.

Der Coach räumt aber auch ein, dass er diese Perspektive speziell durch die Eider-Brille betrachtet: „Wir sind nun mal ein reiner Amateurverein, ohne die professionellen Strukturen, die andere Vereine haben. Übernachtungen sind nicht drin. Wir setzen uns um 6 Uhr in drei Neunsitzer-Busse, fahren hinunter und gehen am Montag wieder zur Arbeit, in die Uni oder zur Schule.“

Den Frust soll die Mannschaft jedoch nicht mit auf die Platte nehmen, sondern in positive Energie ummünzen. Volle 60 Minuten lang erwartet Hinrichsen die volle Emotionsoffensive seines Teams: „Ich möchte eine Jetzt-erst-recht-Mentalität sehen. Wir wollen nicht jammern, wir wollen aus den Umständen Kapital schlagen.“

Dass die Eider in Plauen etwas holen können, zeigt die Bilanz der vergangenen Saison: Beide Duelle gingen an die Schleswig-Holsteiner. Zuhause schlugen, um nicht zu sagen verprügelten, sie die weit gereisten Sachsen nach einer Eins-mit-Sternchen-Leistung in der ersten Halbzeit (Zwischenstand: 19:6) mit 36:27. Auswärts siegte die HSG mit 38:36.

Zuletzt kassierte Plauen-Oberlosa gegen Magdeburs Zweite (30:41) und im Derby in Delitzsch (34:38) zusammen 79 Gegentore. Zuvor hatte das Team von Trainer Enrico Henoch drei Spiele in Folge gewonnen, gegen Grün-Weiß Werder, Stralsund und den DHK Flensborg. „Wir müssen wieder aktiver verteidigen und brauchen mehr Unterstützung von unseren Torhütern“, fordert Henoch.

Gefährlichster Schütze der Schwarz-Gelben ist Rückraumspieler Matevz Kunst (28). Der Slowene, der 2024 vom österreichischen Zweitligisten Union Leoben ins Vogtland wechselte, erzielte in fünf Spielen bisher 29 Tore. Bei der HSG Eider Harde führen Max Dau und Finn-Luca Bies die interne Torjägerliste mit jeweils 20 Treffern an.

Hinrichsen blickt trotz aller Widrigkeiten zuversichtlich auf die Partie: „Plauen ist eine körperlich robuste Truppe. Da geht es am Sonntag von der Härte her ordentlich rund. Ich freue mich, dass wir aus den letzten Spielen gute Schlüsse gezogen haben. Ich werde in Plauen den ganzen Kader nutzen, in der Abwehr genauso wie im Angriff. Wir fahren mit einem guten Gefühl hin, glauben an unsere Siegchance und schauen dann, was dabei herauskommt. Und hoffentlich kann ich hinterher wieder sagen: Wir haben uns ein Stück weiterentwickelt.“

Der Anpfiff in der Kurt-Helbig-Sporthalle ertönt am Sonntag um 15 Uhr. Wer nicht live dabei sein kann, kann die Partie auf Sporteurope sehen.

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