Der Zahn der Zeit nagt früh: Regelmäßige Vorsorge schützt
Mundgesundheit
In der Bekämpfung von Karies ist Deutschland hervorragend aufgestellt, das zeigen die Ergebnisse der der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS 6): In der Gruppe der 12-Jährigen sind 78 Prozent der Untersuchten kariesfrei. Bei den jüngeren Erwachsenen (35- bis 44-Jährige) hat sich die Karieserfahrung seit 1989 halbiert; die Anzahl fehlender Zähne ist gleichzeitig signifikant zurückgegangen. Das heißt, die Menschen in Deutschland sind heute praktisch noch bis zur Mitte ihres Lebens voll bezahnt.
Dieses erfreuliche Ergebnis ist maßgeblich darauf zurückzuführen, dass die breite Bevölkerung das Angebot frühzeitiger und umfangreicher Präventionsleistungen in Anspruch nimmt. Hierzu zählen sowohl die Früherkennungsuntersuchungen für Kleinkinder als auch die Individualprophylaxe und die regelmäßigen Kontrolltermine.
Dies führt nicht nur zu einer verbesserten Mundgesundheit, sondern auch zu einer spürbaren Senkung der Krankheitskosten insbesondere für Kariesbehandlungen und auch beim Zahnersatz, was dem gesamten Gesundheitssystem zugutekommt.
Parodontalerkrankungen belasten
Eine erhebliche Krankheitslast besteht laut DMS 6 weiterhin bei den Parodontalerkrankungen: Rund 14 Millionen Menschen in Deutschland haben eine schwere Parodontalerkrankung. Dies ist umso bedeutsamer, da die aktuellen Ergebnisse bestätigen, dass eine Parodontitis auch Einfluss auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen nimmt und eine unbehandelte oder nicht frühzeitig behandelte Parodontitis zu einer Gefährdung der Mund- und Allgemeingesundheit führt. Laut DMS 6 sind Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufiger zahnlos und haben durchschnittlich etwa zwei Zähne weniger als gesunde Menschen.
Vorsorge schützt
Die Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt oder bei der Zahnärztin helfen dabei, die Zähne bis ins hohe Alter gesund zu erhalten, denn Beschwerden wie Zahnfleischbluten, Zahnstein oder Kieferfehlstellungen können dadurch rechtzeitig festgestellt und behandelt werden. Zahnerkrankungen wie Karies oder Parodontitis lassen sich so gezielt vorbeugen“, sagt AOK-Experte Marc Lütkemeyer. Wer regelmäßig seine Zähne kontrollieren und im Bonusheft dokumentieren lässt (ab dem 12. Lebensjahr möglich), erhält zudem einen höheren finanziellen Zuschuss der Krankenkasse: Die Festzuschüsse für Zahnersatz liegen bei 60 Prozent, Patienten mit lückenlos geführtem Bonusheft erhalten nach fünf Jahren 70 Prozent und nach zehn Jahren sogar 75 Prozent.
Gute Zahnpflege und zahngesunde Ernährung
Zusätzlich zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen sind gute Zahnpflege und eine möglichst zahngesunde Ernährung wichtig. Zucker, süße und saure oder auch klebrige Lebensmittel können den Zähnen schaden. Das heißt nicht, dass auf diese Lebensmittel komplett verzichtet werden muss, aber es sollte sich möglichst nach jedem Essen die Zähne geputzt oder zumindest der Mund mit Wasser ausgespült werden.
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