Deutschland auf Medaillenkurs
Anna Mareike Meier (Negernbötel) und Christoph Sandmann (Lähden)auf Platz eins und zwei nach der Dressur, Anna Sandmann (Lähden) auf dem vierten Rang und Georg von Stein (Modautal) und Michael Brauchle (Aalen) auf den Plätzen sieben und acht. Das sorgte für entspannte Stimmung – immerhin hat sich Team Germany bei der EM der Gespannfahrer im eigenen Land viel vorgenommen. Rainer Duen aus Brunsbüttel belegt mit 57,84 Punkten den 28. Rang.
„War gut, oder?“ Hausherr Christoph Sandmann – ohnehin nicht als Vielredner bekannt – hielt sich nicht lange mit Erklärungen auf, sondern fuhr seine Pferde Richtung Stall. Tatsächlich kam an Meier und Sandmann niemand mehr vorbei in dieser ersten Teilprüfung Dressur. Michael Brauchle – immer eine Bank im Marathon – hatte sein Gespann für die EM etwas umgestellt, eines der Indoor-Pferde in seinen Viererzug integriert. „Der ist schnell und wendig und geht sonst hauptsächlich in den Weltcup-Qualifikationen und schnell und wendig brauche ich hier in den Hindernissen.“
Etwas zurückhaltender waren die Titelverteidiger in Mannschafts- und Einzelwertung aus den Niederlanden im Dressurviereck unterwegs. Europameister Bram Chardon fuhr auf den sechsten Platz, Ijsbrand Chardon wurde Zehnter und Koos de Ronde fuhr auf Platz 22.
Höchst zufrieden schaute Belgiens Equipechef Mark Wentein drein: Dries Degrieck, der bereits in den Weltcup-Qualifikationen 2024/2025 glänzte, hat mit Platz fünf in der Dressur in Lähden unterstrichen, das seine Ambitionen nicht nur der Hallensaison gelten, Glenn Geerts legte mit Rang zehn nach und Tom Stokmans war mit Platz zwölf der dritte Belgier unter den Top-15.
Team Deutschland nach der Dressur in Führung
Das bedeutet: Die deutsche EM-Equipe mit Michael Brauchle, Anna Mareike Meier und Anna Sandmann führt mit 82,64 Punkten vor dem belgischen Trio mit Tom Stokmans, Glenn Geerts und Dries Degrieck (91,43) und der „Oranje-Equipe“, bestehend aus Bram und Ijsbrand Chardon und Koos de Ronde (92,03). Tschechien, Ungarn und Schweden folgen und noch ist alles offen, denn es sind nur wenige Punkte, die die Equipen voneinander trennen.
Der Marathon-Kurs auf dem Gelände der PSG Lähden ist legendär: Immer wieder lässt sich der gastgebende Verein etwas Neues einfallen, baut um oder neu. „Das ist ein anspruchsvoller Kurs”, lautet das offizielle Urteil. Michael Brauchle wurde präziser: „Das ist richtig schwer!“ Bedeutet auch: Konzentration und Präzision sind das Maß der Dinge. Lähdens PSG hat sich derweil für den Ansturm der Schaulustigen gerüstet. Der Marathon mit den spektakulären Hindernissen lockt regelmäßig tausende Besucher an. Die bekommen bei den Europameisterschaften zwei Wasserhindernisse zu sehen: den Bockmeyer-Brunnen und den VFG-Teich. Absolut ungewöhnlich: Zwei große Bagger, deren Schaufeln sich hoch oben treffen, bilden die gemeinsame Einfahrt zu zwei Hindernissen – eines für die Weltmeisterschaft der Para-Driver und eins für die EM der Vierspänner, zugleich wird das Live-Scoring auf einer Tafel an den Baggern angezeigt. Lähden ist auch Anziehungspunkt für Fahrsportpromis: der ehemalige deutsche Top-Fahrer und Weltmeister Michael Freund unterstützt die schwedischen Fahrer und auch Boyd Exell aus Australien – der Weltklassefahrer schlechthin – ist in Lähden zu Gast.
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