Hitze: Mögliche Auswirkungen auf die Psyche
Im Zuge des Klimawandels nimmt in Deutschland seit Jahrzehnten die Zahl der jährlichen Hitzetage zu, an denen die Temperatur auf über 30 Grad Celsius steigt. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) gab es in den Sommern 2023 und 2024 jeweils etwa 3.000, im Sommer 2025 etwa 2.700 hitzebedingte Todesfälle in Deutschland. Betroffen waren vor allem Menschen über 75 Jahren mit Vorerkrankungen wie Demenz, Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankungen.
Hitzewellen, also Perioden von mehreren aufeinander folgenden Hitzetagen, werden häufiger. Erschwerend kommt hinzu, dass wir in Deutschland immer mehr sogenannte Tropennächte erleben, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt.
Hitze beeinträchtigt nicht nur die körperliche Gesundheit
Dass starke Hitze die körperliche Gesundheit gefährdet, ist allgemein bekannt und medizinisch gut erforscht. Dehydration, Hitzeausschlag, Hitzekollaps oder Hitzschlag sind mögliche Folgen. Weniger gut untersucht ist die Auswirkung von extremen Temperaturen auf die psychische Gesundheit. Da die Temperaturen weltweit steigen und die gesundheitlichen Folgen immer relevanter werden, beschäftigt sich die Wissenschaft zunehmend mit dem Thema Hitze und psychische Gesundheit.
Bisherige Studien deuten darauf hin, dass Hitze einen direkten Einfluss auf die menschliche Psyche hat und mit einer Verschlechterung bestehender Symptome und möglicherweise auch mit dem erstmaligen Auftreten psychischer Beschwerden assoziiert sein kann. Eine Untersuchung, die auf einer breiten Datenbasis beruht, weist nach, dass während Hitzewellen Notaufnahmen häufiger in Anspruch genommen werden als bei gemäßigten Temperaturen. Es gibt keine bestimmte psychische Störung oder Krankheit, die besonders häufig vertreten ist. Vielmehr sind zahlreiche verschiedene psychische Erkrankungen bei Hitzewellen mit einer höheren Zahl von Notaufnahmebesuchen verbunden: von Depressionen oder Angststörungen bis hin zu psychotischen Erkrankungen“, so AOK-Expertin Dr. Katja Schwarzenhölzer.
Wer ist von psychischen Problemen besonders betroffen?
Bei den möglichen Folgen von Hitzetagen für die körperliche Gesundheit, wie Herz-Kreislauf-Probleme, sind ältere Menschen eine der Hauptrisikogruppen. Hinsichtlich der Wechselwirkung zwischen Hitze und Psyche können bestimmte körperliche Probleme wie Schwindel oder Erschöpfung, bei ihnen häufiger auftreten und Angstzustände oder sogar Panikattacken auslösen – vor allem in Verbindung damit, dass man der Hitze nicht entkommen kann.
Das höchste Sterblichkeitsrisiko bei Hitze zeigte sich für zwei Gruppen von psychischen Erkrankungen: für Menschen mit substanzbezogenen Abhängigkeitserkrankungen wie einer Drogenabhängigkeit und für Menschen mit organischen psychischen Störungen – also psychischen Störungen, denen eine Schädigung des Gehirns zugrunde liegt, wie etwa Demenz. Diese besonders vulnerablen Personen können sich häufig nicht eigenständig und effektiv vor Hitze schützen.
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