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Kolumne

Ich frag für’n Freund: Die Sache mit der Kommunikation

Warum Paare plötzlich in Codes zu sprechen scheinen und was Emoji, Hörprobleme und die Spülmaschine mit Liebe zu tun haben. Eine humorvolle Kolumne über den Alltag langjähriger Partnerschaften.
01.07.2026, 12:02 Uhr
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Unsere neue Kolumne "Ich frag für'n Freund".

Dir ist es vielleicht auch schon aufgefallen: Ab 40 verändert sich die Kommunikation in Beziehungen dramatisch. Früher schrieben wir uns verliebte Nachrichten mit Herzchen und drei Ausrufezeichen. Heute reicht ein knappes „Milch!“ auf dem Einkaufszettel – und beide wissen: Das ist keine Information, das ist ein Vorwurf.

Was bedeutet eigentlich „Mach ruhig, was du willst“?

Ich habe mich gefragt, ob Paare jenseits der 40 in Codes sprechen? Bedeutet: „Mach ruhig, was du willst“ die Freiheit der Entscheidung, oder ist es die letzte Warnstufe vor atmosphärischem Tiefdruck?“ Und wenn einer fragt: „Hast du meinen Schlüssel gesehen?“, lautet dann die eigentliche Botschaft: „Warum liegt hier nie etwas an seinem Platz?“

Ist es die neue Geräuschkulisse des Älterwerdens, die es herausfordernd macht? Diskussionen vieler Paare beginnen nicht mehr mit Emotionen oder einem „Wie siehst du das?“, sondern mit Akustikproblemen. „Was?“ ist inzwischen kein Zeichen mangelnden Interesses mehr, sondern normale Gesprächseröffnung. Früher hatte man ein Kind im Kopf, wenn man sich seiner Liebe näherte, heute im Ohr. Älter werden ist nichts für Feiglinge.

Ist Liebe ab 40 ein langlebiger Podcast mit kleinen Empfangsstörungen?

Macht uns die neue Technik zu schaffen, denn auch hier wird es kompliziert. Während ich Sprachnachrichten verschickte, antwortet mein Herzblatt mit einem Daumen-hoch-Emoji – die digitale Version von „Ich habe nicht zugehört, hoffe aber, es war nichts Teures.“

Und trotzdem, wenn man auf Paare wie uns schaut, liegt in all dem etwas Rührendes. Wenn wir nach Jahrzehnten noch darüber streiten, wie die Spülmaschine einzuräumen ist, haben wir nicht aufgehört, miteinander zu reden. Ist Liebe ab 40 keine große Oper mehr, sondern eher ein langlebiger Podcast mit kleinen Empfangsstörungen? Brauchen wir an diesem Punkt noch 30-Minuten-Sendungen bei Kerzenschein oder reicht uns die 30-Sekunden Instagram-Realität? Ich frag für’n Freund. 

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Heide

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