Laura Hackbarth reitet auf Medaillenkurs
Und so sind die Meisterschaftsentscheidungen in vollem Gang: In der zweiten Wertung der Jungen Reiter und der Altersklasse U 25 im Parcours stand einmal mehr der Fehmaraner Mathies Rüder vorne. Der amtierende Deutsche Meister und Doppeleuropameister in der Vielseitigkeit hatte die Springprüfung der Klasse S* mit seinem Hannoveraner Wallach Elrado van der Beeke in Bestzeit gelöst (0/74,35).
In der Landesmeisterschaftswertung der Junioren, einer Springprüfung der Klasse M** zeigte Leni Hansen aus Süderheistedt eine Woche nach einer durchwachsenen Deutschen Meisterschaft ihre Klasse und belegte mit Caluna (0/72,18) und Lillet Wild Berry (0/75,17) die Plätze eins und zwei. „Ich hatte es gar nicht auf einen Sieg angelegt. Beide Pferde sollten erstmal sichere Runden absolvieren. Aber sie haben es richtig gut gemacht“, analysierte die erfolgreiche Nachwuchsreiterin strahlend. Und vorgenommen hat sie sich auch einiges: „Auf jeden Fall noch oft null reiten!“
Auch die Children absolvierten ihre erste Wertungsprüfung: Die Noten unterstrichen, auf welchem Niveau in Schleswig-Holstein und Hamburg geritten wird. Henri Petruschke (Turniergemeinschaft nach Maas) gewann mit seiner Holsteiner Stute Ida Jay von Uriko die Stilspringprüfung der Klasse L mit der Note 8,8. „Ida Jay will immer überall rüber“, erklärte der junge Athlet.
Pamina Caroline Bengtsson, Tochter des amtierenden Landes- und früheren Europameisters Rolf-Göran Bengtsson aus Itzehoe, folgte mit Iunka auf Platz zwei (8,6) vor Emil Meves (Mehlbek) und seiner Holsteiner Stute Mevia auf Position drei (8,5).
In der zweiten Wertung der Großen Tour, einer Springprüfung der Klasse S** gewann Sven Gero Hünicke (Fehmarn) mit seiner Holsteiner Stute Vogelvau (0/71,41) vor dem Donnerstag-Tagessieger Simon Heineke aus Wedel mit Call me Pretty (0/71,66). Doch auch die Nordhastedterin Natalia Stecher, 2020 Gewinnerin des Goldenen Sattels und zwei Jahre vorher des Bundesnachwuchschampionats, war mit Brentano (0 – 0) und Limbo (0 – 1) auf den Plätzen sechs und sieben am Donnerstag fehlerfrei und am Freitag Zehnte und 15.
Spannend bis zum Schluss
Auch in der Dressur haben die Landesmeisterschaftswettbewerbe begonnen: In der Wertung der Senioren, einem Kurz-Grand-Prix, unterstützt von Ariat, war ein Routinier vorne, der in Bad Segeberg schon viele Erfolge feiern durfte: Felix Kneese, Landesmeister 2021 und 2022 mit der Oldenburger Stute Quibelle sowie 2024 mit San Simeon, machte dem Viereck am Pagelplatz einmal mehr seine besondere Aufwartung. Mit dem Oldenburger Double Check rangierte der Reiter vom RuFV Wedel mit 71,628 Prozent an erster Position und mit San Simeon auf Platz drei (70,581).
Dazwischen schob sich Leonie Ottmar von der PSG Flensburg-Land mit ihrem bewährten Don Horatio (71,473). Starke Siebte wurde Franziska Haase aus Hellschen-Heringsand-Unterschaar auf Livorno (68,566). In der ersten Wertungsprüfung der Jungen Reiter und U 25 wurde Haase zudem mit Alissimo und 71,360 Prozentpunkten Zweite hinter Cesarine von Eicken (PS Granderheide) und Beuys (71,623).
Felix Kneese beschrieb die Stärken seiner Pferde so: „Mit San Simeon bin ich so gut zusammengewachsen und er hat so eine Erfahrung – ihn könnte ich im Schlaf reiten. Double Check ist erst zehn Jahre alt, er bietet viel an und hat ein unglaubliches Talent für Piaffe und Passage.“
Und der Wille für Titel Nummer vier ist da: „Klar will ich angreifen, sonst wäre ich nicht hier“, lacht der Titelfavorit. Aber er fügt hinzu: „Das Niveau ist wahnsinnig hoch. Aber das macht es für den Sport und die Zuschauer spannend und richtig toll. Und die Bedingungen sind perfekt, besser kann es also nicht starten.“
Ausblick auf das Wochenende
Am Sonnabend begeht das 75. Landesturnier mit einem abwechslungsreichen Programm seinen dritten Tag. In Viereck und Parcours stehen die nächsten Wertungsprüfungen der Landesmeisterschaften an, bei den Damen fällt im Springen bereits die Entscheidung um die Medaillen. Hier liegt Laura-Jane Hackbarth aus Buchholz im Sattel von Clash und Jolanda nach zwei Wertungsprüfungen mit jeweils vier Fehlerpunkten auf dem geteilten zweiten Platz. Es führt Luisa Westphal (Eutin) auf Cascalino mit einem Fehlerpunkt.
Darüber hinaus sorgen die Wettbewerbe in den Abteilungswettkämpfen für viel Stimmung und Teamgeist. Am Abend wird das 75-jährige Jubiläum gefeiert mit Rückblicken einstiger Medaillengewinner und Freibier. Und dann folgt ein echter Segeberger Klassiker: Unter Flutlicht treten die Reiterbünde im traditionellen Mannschaftsspringen gegeneinander an.
Die Landesmeisterschaft unter dem Kalkberg dauert noch bis Sonntag an. Der Eintritt ist frei.
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