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3. Handball-Liga

Souverän und erwachsen

Als sich Matthias Albrecht, Trainer des SC DHfK Leipzig II, beim Stand von 3:13 in der 14. Minute gezwungen sah, seine zweite Auszeit zu nehmen, war glockenklar, in welche Richtung dieses Spiel abdriften würde. 
24.08.2025, 21:46 Uhr
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Zufrieden: Trainer Matthias Hinrichsen (HSG Eider Harde), hier mit Georg Rohwer. ⋌Archivfoto: Lühn

Die Handballer der HSG Eider Harde feierten einen perfekten Einstand in die ihre dritte Drittliga-Saison. 37:26 (22:13) besiegten sie die Reserve des Bundesligisten. Diese zwei Punkte hatten oberste Priorität. Bloß kein „Cottbus 2.0“.

Rückblick: Vor einem Jahr am ersten Spieltag unterschätzte die HSG den Aufsteiger aus der Lausitz und kassierte eine ärgerliche Auftaktpleite. „Um so glücklicher sind wir jetzt, dass wir den Auftakt gewonnen haben“, sagte Eider-Kapitän Georg Rohwer. Und trotzdem: Restlos zufrieden waren die Gäste, die am Sonnabend auf Platz eins der Tabelle sprangen, nicht. Häh, wieso nicht?

 „Weil wir die Leipziger in der zweiten Halbzeit wieder Morgenluft haben schnuppern lassen“, verriet Rohwer, der gemeinsam mit seinen Teamkameraden Probleme hatte, gute Lösungen gegen die offensive Abwehr des DHfK zu finden – obwohl ihnen ihr Trainer welche ins Lastenheft geschrieben hatte. „Wir haben explizit Auftakthandlungen gegen offensive 3:2:1-Formationen trainiert. Und dann spielen wir das Ding im Sieben gegen Sechs nur einmal richtig zu Ende. Das war zu wenig, das hat mich geärgert, aber genauso hat das die Jungs geärgert. Das stimmt mich dann wieder positiv, dass wir trotz eines Elf-Tore-Auswärtssiegs nicht komplett zufrieden aus der Halle gehen“, bilanzierte jener Matthias Hinrichsen. Mehr als auf fünf Tore (17:22) kamen die sehr jungen Gastgeber (viele Baujahr 2006) allerdings auch nicht mehr heran.

Rohwers und Hinrichsens Fazit offenbart darüber hinaus weitere Erkenntnisse: Und zwar die gestiegenen Ansprüche der HSG. In der fünften Drittliga-Saison in sechs Jahren und einem fünften Platz in der Spielzeit 2024/25 möchte die eingespielte Mannschaft ihr Potenzial über die gesamte Saisonlänge zeigen. Das Leistungsvermögen sahen die vielen mitgereisten Eider-Fans in der riesigen Arena vor allem in den ersten 15 Minuten. Vor fast leeren Rängen – 350 Fans verteilten sich auf 7000 Sitzplätze – bewahrten die Gäste ihren Fokus. „Das war das Beste, was ich seit Langem gesehen habe“, sagte Coach Hinrichsen, „von der Konzentration her, von der Emotionalität, vom Abschluss, vom Zweikampfverhalten, von allem.“ 

Später im Spiel, als die Leipziger auf die eingangs erwähnte 3:2:1-Abwehr umstellten, wurde das Spiel der HSG individueller. Nun konnte Neuzugang Malte Abelmann-Brockmann mit seiner Tiefe glänzen, auch Jari Glumm brach immer wieder durch die Lücken in der Defensive der Hausherren. Souverän und erwachsen brachten die Eider-Handballer ihre ständige Führung ins Ziel. Gespannt sein darf man auf die Heimspielpremiere am nächsten Sonnabend gegen Liganeuling SV 04 Plauen-Oberlosa, der zum Auftakt überraschend Eintracht Hildesheim schlagen konnte. Dann dürfte das Motto der HSG wieder lauten: Bloß kein „Cottbus 2.0“. ⋌Björn Carstens

HSG Eider Harde: Schmidt, Haack – Frahm (2), Glumm (5), Jannik Oettershagen, Hamann (1/1), Hartwich (5), Heinemann (5), Schneider (4), Kock (1), Mumm (4/1), Abelmann-Brockmann (2), Heckel (5), Rohwer (3).

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