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Jobmesse in Heide

Video Viele interessierte Besucher kommen zu jobs4me in die Alte Druckerei von Boyens Medien

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Zum vierten Mal präsentiert sich die Börse „jobs4me“ in der Alten Druckerei. 50 Aussteller aus der Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst sind dabei. Und die Besucher haben sich an vielen Ständen über Berufs- oder Ausbildungsmöglichkeiten informiert. 
22.03.2026, 16:56 Uhr
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Starkes Interesse: Gleich von Beginn an war die Messe jobs4me in der Alten Druckerei von Boyens Medien gut besucht - an den Ständen der Aussteller war viel los.

Geschicklichkeitsspiele gehen immer. Justin Gundelach sitzt an einem Tisch und versucht sich mit einem Lötgerät an einer Platine, um die Widerstände dran zu bekommen. „Es geht ums Löten und um die Elektronik“, sagt Michael Matthiesen von Vishay Heide.

Mehr dazu: Berufsmesse in Heide: jobs4me geht am 21. März in die nächste Runde

Geschicklichkeitsspiel mit dem „heißen Draht“

Er ist technischer Ausbilder bei dem Unternehmen, das Widerstände herstellt. Sollte Justin Gundelach alles richtig gemacht haben, dann würde das kleine Gerät piepsen und die rote Birne auf der Platine leuchten, sobald es Strom bekommt. „Es geht um den ‚heißen Draht‘, sagt Matthiesen mit einem Lachen. Das kleine Bauteil sei bei Jugendlichen bekannt.

Beruf des Landschaftsgärtners ist bei jungen Menschen wieder „in“

Unter Anleitung von Ruben Missberger, Auszubildender bei Vishay, bekommt Justin Gundelach den Widerstand gelötet. Ihm gefällt das Geschicklichkeitsspiel. Aber sein Traumberuf liegt thematisch meilenweit davon entfernt. „Mein Traum ist es, als Garten und Landschaftsbauer irgendwann zu arbeiten“, sagt der 17-Jährige aus Albersdorf.

Erst den Schulabschluss, dann ab in die Lehre

Er besucht zurzeit die Berufsschule, um den Ersten Allgemeinbildenden Schulabschluss, genannt ESA, nachzuholen. Er ist ein zentraler Schulabschluss, früher auch als Hauptschulabschluss bekannt. Wenn er den ESA in der Tasche hat, möchte Gundelach bei einem Garten- und Landschaftsbaubetrieb eine Lehre machen.

jobs4me will die Vielfalt der Arbeitswelt darstellen

Die vierte Auflage der Jobmesse „jobs4me“ am Samstag in der Alten Druckerei im Medienhaus Boyens Medien in Heide ist gut besucht. Insgesamt 50 Aussteller sind an dem Tag mit einem Stand vor Ort – das Angebot ist bunt durchmischt. Natürlich stellen sich viele Betriebe unterschiedlicher Branchen dar – aber auch die Polizei oder das Deutsche Rot Kreuz werben um Nachwuchs und Jobangebote.

Viele Infos auch durch Fachvorträge während der Messe

Die Messe ist keine reine Ausbildungsmesse, sondern sie richtet sich auch an Menschen, die bereits im Beruf sind, aber in einen anderen Beruf umsatteln oder sich schlicht weiterbilden wollen. Aus dem Grund gibt es auch eine Reihe von Fachvorträgen zu verschiedenen Themen, beispielsweise wie heutzutage eine Bewerbung aussehen muss, damit sie Erfolg hat. Und ein Teil des Angebots beschäftigt sich mit dem Thema Frauen in der Arbeitswelt.

Veranstalterin Eike Boyens zeigt sich sehr zufrieden

 Veranstalter ist die Marketingagentur Wellenraum, ehemals Fincke Werbung. Geschäftsführerin Eike Boyens nimmt für ein paar Minuten an einem Tisch Platz. „Ich muss mal sitzen, habe die ganze Zeit gestanden“, sagt sie mit einem Lächeln. Sie sei mit der Resonanz der 4. Jobmesse hoch zufrieden, auch wenn die Zahl der Aussteller gegenüber dem Vorjahr leicht abgenommen hat. Aber das liege auch an der für einige Branchen schwierigen Wirtschaftslage, vermutet sie. „Aber wir sind bestrebt, dass sich die beteiligten Aussteller hier in der Alten Druckerei wohlfühlen“, sagt Eike Boyens. Es gibt sogar für alle Beteiligten einen gemütlichen Catering-Raum, in dem sich die Aussteller mit einem Kaffee oder warmen Essen stärken können. „Wir machen diese Messe für die Region, das ist der Leitgedanke dabei“, betont Eike Boyens.

Lange Besucherschlange vor der Alten Druckerei

 Und kurz vor der Öffnung der Messe um 10 Uhr standen schon zahlreiche Besucher Schlange – Jugendliche, Eltern mit ihren Kindern und auch ältere Interessierte. Fistak Denvi von Vishay Heide schaut auf die Uhr. „Ich habe jetzt von zehn Uhr an durch die Bank Gäste am Stand gehabt und viele Gespräche geführt“, sagt die Personalreferentin.

Besucher zeigen sich offen und interessiert

„Die Besucher sind alle sehr offen“, freut sie sich. Vor allem: Nicht nur nach Ausbildungsplätzen und -berufen werde gefragt, sondern auch ganz konkret nach Möglichkeiten, den Beruf zu wechseln. So habe sie auch gelernte Friseure am Stand beraten. „Bei vielen geht es auch um einen zukunftssicheren Job, auch wenn sie es so nicht direkt gesagt haben“, meint Michael Matthiesen.

Beruf des Mikrotechnologen ist auch gefragt

Auch am Stand des Fraunhofer Instituts für Siliziumtechnologie – ISIT aus Itzehoe war die Hölle los. Jedenfalls zeigt sich Vivien Wilkes ganz begeistert. „Wir haben viele Anfragen gehabt und was auffällt, dass viele Besucher sich intensiv informieren“, sagt sie.

Fraunhofer Institut verlangt gute Noten in der Naturwissenschaft

Sowohl Eltern mit Kindern als auch junge Erwachsene haben interessiert an ihrem Stand nach Ausbildungs- und Jobmöglichkeiten gefragt. In diesem Jahr ist noch ein Ausbildungsplatz zum Mikrotechnologen offen. „Gute Noten in der Naturwissenschaft und mindestens der Mittlere Schulabschluss (MSA) ist notwendig, um bei uns die Ausbildung zu beginnen“, sagt Wilkes.

Auch der Einzelhandel ist bei der Messe dabei

Zu einer ganz anderen Branche gehört das Modehaus Ramelow. Sales-Managerin Stine Ali und Auszubildende Emilia Galonska stehen am Stand. Gerade der Einzelhandel insgesamt hat es schwer, Nachwuchs zu finden. Aber Ali ist erfreut über die Resonanz an Nachfragen am Sonnabend. „Zu uns sind viele junge Leute gekommen, die sowohl nach einer Ausbildung als auch nach einem Job gefragt haben“, sagt Ali.

Für den Textileinzelhandel interessieren sich viele weibliche Besucher

In der Tendenz sind es vor allem weibliche Besucherinnen, die sich für den Ausbildungsweg zur Kauffrau im Einzelhandel oder zur Verkäuferin interessieren. „Gerade im Verkaufsbereich wird natürlich die Beratung des Kunden großgeschrieben und man muss sich mit der Ware beziehungsweise Mode auseinandersetzen“, sagt Stine Ali weiter.

Feinkost-Unternehmen hat noch offene Ausbildungsplätze

Zu den Ausstellern gehört auch die Firma Friesenkrone Feinkost aus Marne, die zahlreiche Fischkreationen für den Lebensmitteleinzelhandel herstellt – angefangen von Brat-Variationen mit Hering bis hin zu Feinkostsalaten mit dem leckeren Fisch aus dem Nordatlantik. „Wir suchen noch eine Fachkraft für die Lebensmitteltechnik und eine für die Lagerlogistik“, sagt Katja Ehlers von der Personalabteilung des Unternehmens. Insgesamt sieben verschiedene Berufe kann man in dem Dithmarscher Betrieb erlernen.

Im Beruf „analog“ zu sein, ist offenbar ein Wunsch vieler Jugendlicher

Auch das auf Garten- und Landschaftsbau spezialisierte Unternehmen Hans Claußen aus Weddingstedt ist bei jobs4me erneut dabei. „Wir sind positiv sehr überrascht über das heutige Interesse“, sagt Landschaftsgärtnerin Jule Kahlcke. In jedem Jahr stehen zwei Ausbildungsplätze für den Beruf des Landschafts- und Gartenbauers zur Verfügung. „Wir bilden aus und übernehmen sie auch“, betont Kahlcke. Das Thema Natur ist bei der Ausbildungsplatzwahl stark im Kommen, wie Ralf Ebeling vom zuständigen Fachverband bestätigt. „Wir bieten zukunftssichere Jobs – ganz ohne KI“, sagt Ebeling. Jugendliche seien an dem Berufsbild interessiert. „Gerade weil sie analog sein wollen.“

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