Bombenentschärfung in Hemmingstedt: Evakuierungen und Sperrungen am 17. August
Über ganz Schleswig-Holstein verteilt gibt es die roten Zonen auf der Karte und dazu eine Liste. Auf der sind die Namen der Kreise, Gemeinden und Gemarkungen notiert, in denen besondere Vorsicht geboten ist, wenn es um neue Bauvorhaben geht. Hier muss mit bekannten Kriegseinwirkungen gerechnet werden.
Was das im konkreten Fall heißt, erlebt die Gemeinde Hemmingstedt in diesen Tagen zum wiederholten Mal. Im Gewerbepark Westküste wurde eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe gefunden, die das mutmaßliche Ziel, die Erdölraffinerie, vor mehr als 80 Jahren verfehlt hat. Das ist lange her und dennoch bis heute gefährlich genug, so dass Handlungsbedarf besteht.
Also ist an diesem Sonntag der Kampfmittelräumdienst gefordert, der den Blindgänger in den Vormittagsstunden entschärfen will. So wurde es laut Pressemitteilung der Polizei mit allen Beteiligten abgesprochen. Ab 9 Uhr wird rund um den Fundort ein Sperrkreis eingerichtet, der nicht nur mit Einschränkungen für die Bevölkerung verbunden ist, sondern auch Auswirkungen auf den Straßen- und Bahnverkehr haben wird.
„Am Mittwoch haben wir bereits die Anwohner informiert“, sagt Marlitt Schuschel aus der Verwaltung des Amtes Kirchspielslandgemeinde Heider Umland, die am Sonntag neben Vertretern der Polizei und Feuerwehr vor Ort sein wird. Auch in den vergangenen Tagen war der Bombenfund im Arbeitsalltag präsent. „Es gab schon Anfragen zu den Zugverbindungen“, berichtet Marlitt Schuschel, die auch am Sonnabend zwischen 8 und 20 Uhr sowie am Sonntag ab 8 Uhr bis zum Ende der Evakuierung am Bürgertelefon unter der Nummer 0481/60540 oder 0176/15 94 90 99 erreichbar ist.
Wegen der Bombe wird es zu Einschränkungen auf der Bahnstrecke Hamburg – Westerland kommen, die kurz vor der Entschärfung gesperrt wird. Betroffen ist auch die Bundesstraße 5, die in Hemmingstedt ab der Einmündung Büsumer Straße bis zur Kreuzung Meldorfer Straße/Fritz-Thiedemann-Ring in Heide nicht befahrbar ist.
Innerhalb des 1000-Meter-Bannkreises liegt außerdem ein Abschnitt der Autobahn 23, die Verkehrsteilnehmer aus Norden kommend an der Anschlussstelle Heide-West und aus Süden kommend bereits an der Abfahrt Meldorf/Albersdorf verlassen müssen. Aufgrund diverser Baustellen rund um Heide empfiehlt die Polizei eine weiträumige Umfahrung.
Das gilt vor allem für Reisende, die Eiderstedt oder Husum über die Bundesstraße 5 erreichen wollen. Da die Anschlussstelle Heide-West der A 23 in Richtung Norden gesperrt ist, sollen sie über Meldorf, Nordermeldorf und den Wöhrdener Kreisel in Richtung Wesselburen fahren und von dort über Schülp und Strübbel nach Hemme und somit wieder zur B 5 gelangen, wie die Polizei informiert hat.
Kürzer sind die Wege für die Anwohner, die während der Evakuierung eine Ersatzunterkunft im Schützenhaus in Hemmingstedt an der Pastor-Harder-Straße finden, das ab 8 Uhr geöffnet ist. Das in solchen Fällen von der Gemeinde üblicherweise geöffnete Sportzentrum steht wegen Bauarbeiten nicht zur Verfügung.
Aktuelle Informationen am Tag der Entschärfung, wie die Aufhebung der Evakuierung, will die Amtsverwaltung über ihre Internetseite www.amt-heider-umland.de mitteilen.
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