Feier im Alba-Bus
Redaktion
So auch dieses Mal: Die Spieler des SSV Lok Bernau und ihre Fans feierten im Bus von Kooperationspartner Alba Berlin vor dem Sportzentrum am Lehmwohld. Soeben hatten sie die Partie der 2. Basketball-Bundesliga bei den Eagles mit 82:77 (45:43) gewonnen.
Über mangelndes Tempo und fehlende Aggressivität auf dem Feld konnten sich die Zuschauer in der trotz der Ferien fast vollen Halle nicht beschweren. Beide Teams spielten insbesondere in der ersten Hälfte mit selten gesehener Geschwindigkeit. Rasant ging es hin und her, kombiniert mit sehr engagierter Verteidigung. Trotz zahlreicher Fehler und Fehlwürfe entwickelte sich eine attraktive Partie. Dabei führten die Gastgeber fast durchgehend, konnten sich aber höchstens einmal auf fünf Punkte absetzen. Und das auch nur kurz, weil Bernau postwendend wieder zur Stelle war. So war das knappe 45:43 für die Eagles zur Halbzeit nur logisch.
Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischten die Itzehoer. Sie machten die ersten sechs Punkte, auch eine schnelle Auszeit der Gäste nach gut anderthalb Minuten half zunächst nicht, Finn Fleute baute per Dreier und Dunk nach Fastbreak den Vorsprung sogar auf 56:43 aus. Aber dann: Bernau traf drei Dreier binnen kurzer Zeit, während den Eagles im Angriff nicht mehr viel gelang.
Als Trey McBride trotz Foulspiels einen Korbleger und auch den fälligen Freiwurf traf, stand es zwar 61:56 für die Gastgeber. Doch im mehr als vierminütigen Rest des dritten Viertels gelang ihnen kein Korb mehr aus dem Feld – 64:62 vor den letzten zehn Minuten.
Diese begannen mit den einzigen Punkten von Eagles-Kapitän Lucien Schmikale, den die Bernauer Verteidigung besonders eng betreute. Danach produzierten beide Teams vor allem Fehlwürfe, so dass es fünf Minuten vor dem Ende 68:68 stand. Nach einem Bernauer Dreier holte Fleute die Führung zurück, den nächsten Dreier konterte Tobias Möller zum 75:74 zwei Minuten vor Schluss.
Noch einmal trafen die Gäste von außen – ihre Quote war zwar nicht besonders gut, aber immer noch besser als die nicht einmal 20 Prozent der Eagles. Zudem unterliefen den Gastgebern 22
Ballverluste, eine weitere Statistik, die einem Erfolg im Wege stand. Die bessere Schlussphase sorgte für den Sieg der Brandenburger und eine Niederlage des Heimteams, die Eagles-Coach Timo Völkerink in die Kategorie „absolut unnötig“ einordnete.
Doch sie gehe in Ordnung, weil Bernau – weiterhin ohne den Amerikaner Shawn Scott II und ohne weitere Stammkräfte – einen sehr guten Job gemacht habe. „Aber wir haben es auch zugelassen“, konstatierte Völkerink. Die Eagles seien sehr gut ins Spiel gestartet und auch sehr gut aus der Halbzeit gekommen. „In beiden Phasen hat man gesehen, was für uns möglich gewesen wäre, wenn wir so konsequent weiterspielen.“
Doch früh sei jeweils der Faden in der Offensive verloren gegangen, sehr gute Ballbewegung wurde ersetzt durch Einzelaktionen – „und das macht diese Niederlage so
unglaublich ärgerlich“, sagte der Trainer. Am Kampf und am Willen hatte er nichts auszusetzen, die Fehler müssten aber analysiert und gegengesteuert werden. Denn: „Es war nicht das erste Mal in dieser Saison, dass wir gewisse Phasen in unserem Spiel haben, wo wir unter unseren Verhältnissen spielen.“
Itzehoe Eagles: Fleute (23, 2 Dreier, 6 Rebounds), Cikara (13, 1 Dreier), McBride (12, 1 Dreier, 5 Assists, 6 Steals), Möller (10), Bijlsma (9, 7 Rebounds), Herget (8), Nickel (2, 8 Rebounds), Schmikale (2), Elzie (2), Schlecht, Schmidt, Wohltmann.
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