Auf dem WOA: Warum Metalheads auf dem Festival die „Arschkarte“ ziehen können
Sie zeigen den Festivalbesuchern die „Arschkarte“: das Team vom Netzwerk Patientenkompetenz ist auf dem Wacken Open Air und klärt über Darmkrebsvorsorge auf. „Die Metalheads gehen uns nicht am Arsch vorbei“, sagt Sebastian Kimstädt.
Schwere Erkrankungen sollen vermieden werden
Das Netzwerk Patientenkompetenz ist ein Zusammenschluss von Experten aus den Westküstenkliniken in Heide und Brunsbüttel, dem Klinikum Itzehoe sowie der Musik- und Kunstszene. Das Ziel des Vereins sei die Stärkung der Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung sowie die Vermeidung schwerer Erkrankungen durch Aufklärungsarbeit. „Unser Ziel ist es, die Präventionsarbeit zu fördern“, sagt Kimstädt. Am Stand – der After-Show-Party – wird daher die „Arschkarte“ verteilt, auf der alle wesentlichen Informationen zur Vorsorge stehen.
Einzige Erkrankung, die durch Vorsorge verhindert werden kann
Darmkrebs gehört nach Lungenkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland, an denen sowohl Männer als auch Frauen erkranken können. Gleichzeitig sei es jedoch die einzige Erkrankung, die durch eine Vorsorgeuntersuchung verhindert werden könne. Das zeigt unter anderem Lina Rohwedder am Darm-Modell. Sie arbeitet als medizinische Fachangestellte in der Endoskopie des Westküstenklinikums. Dort unterstützt sie die Ärzte bei den Vorsorgeuntersuchungen oder wenn Patienten mit Beschwerden kommen.
Die Patienten erhalten zur Vorsorge zwei Termine. Der erste ist ein Vorgespräch, damit der Patient weiß, was auf ihn zukommt. Beim zweiten Termin wird die eigentliche Untersuchung gemacht. Dort schaut sich das medizinische Personal den gesamten Dickdarm an. Dafür wird ein Endoskop – ein dünner Schlauch – durch den After eingeführt. „Das tut auch gar nicht weh, man schläft nämlich während der Untersuchung. Und wenn man wach bleiben möchte, haben wir auch einen Sichtungsmonitor, wo man als Patient mitgucken kann“, sagt Rohwedder. Bei der Untersuchung wird dann nach Auffälligkeiten wie Polypen gesucht. Das sind Darmkrebsvorstufen. Werden die nicht abgetragen, können größere Geschwüre oder Darmkrebs entstehen. „Wir sagen immer: Vorsorge ist besser als Nachsorge“ so Rohwedder.
Darmkrebs: Vorsorge für jede Person ab 50
Die Darmkrebsvorsorge ist üblicherweise für jeden ab dem Alter von 50 Jahren gedacht. „Jeder, der Beschwerden oder erbliche Vorbelastungen hat, darf auch nach Absprache mit dem Hausarzt vorher kommen“, sagt Rohwedder. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Netzwerk gemeinsam mit den beiden Kliniken auf dem Festival unter dem Motto „Krebs ist noch nicht mal für’n Arsch“ für die Darmkrebsvorsorge geworben.
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