5 Minuten mit

Gutes Warten

„Es dauert noch einen Augenblick. Nehmen Sie bitte im Wartezimmer Platz!“ Natürlich habe ich Verständnis, aber ich ärgere mich über mich selbst, dass ich kein Buch und keinen Laptop zum Arbeiten mitgenommen habe. Warten..., beim Arzt, im Stau, auf dem Bahnsteig warte ich. Wir warten oft. Viele vertreiben sich die Zeit, indem sie sich mit dem Handy ablenken, manche mit einer Zeitschrift. Die Gesichter im Wartezimmer zeigen: So richtig spannend ist das auch nicht. 

Nach Himmelfahrt warten die Freunde Jesu. Sie müssen aushalten, nicht weiter zu kommen. Erst nach zehn Tagen ändert sich das und sie haben einen Plan: Sie deuten das als Geschenk Gottes und als Gottes Geist, der sie beseelt. 

Ich sitze und höre durch einen Lautsprecher meinen Namen. Ich weiß, dass meine Wartezeit zu Ende ist. Natürlich nehme ich mir nicht die Zeit, darüber nachzudenken, wie ich das Warten verbracht habe: Voller Ärger, gelangweilt mit dem Smartphone und der Illustrierten, die mich nicht interessiert, oder als eine bewusste Leere, in die eigene Gedanken oder Gottes Gedanken einströmen können. Gutes Warten wünsche ich Ihnen. 

Pastor Jochen Hose, Marne