Heide

Hallelujah!

Es ist wieder die Zeit: Trauen und taufen. Wie schön, wenn die Sonnenseiten des Lebens in guter Laune daherkommen. Und trösten? Auch dafür ist diese Zeit nicht zu schade. Bei allem wird Hallelujah angestimmt. Seit es der irische Priester Ray Kelly einem Brautpaar vorgetragen hat, wird es zum Herzenswunsch für so viele. Brautpaare, Tauffamilien und Trauergäste rührt es seither zu Tränen. Nicht nur in Dithmarschen.

Das Original stammt von Leonard Cohen, der aus jüdischer Familie stammte. Er gab dem Freudengesang für Liebe und Schmerz eine neue Note. „Ich habe gehört, es gibt einen geheimen Klang, den David spielte, und der Gott gefiel. Aber du machst dir nicht wirklich viel aus Musik, oder?“, so lauten die ersten Verse. Der Singer-Songwriter war Zeit seines Lebens ein Suchender, verflochten mit seinem jüdischen Glauben. Deshalb erzählt `Hallelujah` von Liebe, Macht und Verwirrung, von deren Intrigen – wie bei Urijas Frau Bathseba, die König David dem Ehemann ausgespannt hat. Der Song spielt auf Dalilah an, die Samson die Haare abschnitt, in denen das Geheimnis seiner übermenschlichen Kraft lag. Biblische Belege für tiefe Gefühle zwischen Liebe und Streit, oft Momente bar jeder Sprache. Und in allem schwingt ein heiliges oder gebrochenes Hallelujah mit. Gotteslob als Grundton des Lebens, wenn das allein zählt bei den Sonnenseiten wie in so mancher Trauer, dann ist es gelungene Zeit.

Pastorin Ina Brinkmann, Büsum