Wort zum Sonntag

Gib mal her

In einem Song der Gruppe „Wir sind Helden“ heißt es: „Ich find dich am Boden, deine Finger verbrannt, die heißen Kohlen immer noch in der Hand. Gib mir das, ich kann es halten …wenn du es später noch willst, kriegst du es wieder, dann ist alles beim Alten.“ 

Liebe Leserinnen und Leser, da verbrennt einer sich die Finger, ist am Ende seiner Kräfte und ein anderer sagt: „Gib mal her, ich nehme dir deine Last aus der Hand. Denke in Ruhe nach, sammle dich und dann entscheide neu.“ 

Wenn Belastendes uns niederdrückt, dann kann dieser Satz wahre Wunder wirken. Natürlich nicht nur das Angebot an sich. Es muss sich auch erfüllen. Beiderseits. Einer gibt ab, der andere übernimmt. Doch jemandes Hilfe anzunehmen, fällt nicht immer leicht. Es scheint eine große Angst davor zu bestehen, anderen lästig zu sein. Und eine zweite kommt hinzu. Die Angst davor, die eigene Schwäche zuzugeben. Ein Glück haben wir bei all dem Tragen und Ertragen Gott an unserer Seite. Ihm vor die Füße können wir unsere Lasten schleifen und abladen. Manchmal schwer wie ein Gebirge. „Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ (Galater 6, 2)

Pastorin Sandra Ruge-Tolksdorf, Brunsbüttel