Wort zum Sonntag

Was erwartet mich?

Advent – das ist eine Zeit, in der Vorfreude in der Luft liegt. Kinder sind gespannt auf die Überraschungen im Adventskalender und auf die Geschenke unter dem Baum. Alleinstehende freuen sich auf den Besuch an Weihnachten. Sehnsüchte werden groß: Nach Gemütlichkeit und harmonischer Gemeinschaft, nach Frieden und Besinnlichkeit. Nicht selten werden aber auch überhöhte Erwartungen vor allem mit dem großen Fest am Ende der Adventszeit verknüpft – perfekt soll es sein! – und manch Enttäuschung ist programmiert.

Dabei hat die Advents- und Weihnachtszeit tatsächlich jede Menge zu bieten für uns, und wir können durchaus etwas erwarten: nämlich Gott selbst. Denn er selbst hat auch Sehnsucht, nach Gemeinschaft mit dir und mir. Deshalb kam er damals als Mensch auf dieser Erde, auf unsere Augenhöhe. Deshalb will er uns heute und morgen nahekommen, uns begegnen, uns beschenken. Das darf ich erwarten. Und ich kann stille sein, beten, Ausschau halten nach Zeichen Gottes in meiner Welt, in meinem Advent – und merken, wie mein Herz tatsächlich zur Ruhe kommt, gefüllt wird und meine Sehnsüchte ein Ziel finden. Das wäre schön. So kann es Weihnachten werden. Mit Gott mittendrin. Eine gesegnete Zeit wünsche ich Ihnen.

Esther Reininghaus-Cremers, Pastorin in Meldorf