Wort zum Sonntag

Rückbesinnung als Chance

„Jesus wurde vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde“ (Matthäus 4). 40 Tage war er da und fastete. Christinnen und Christen machen sich diese Erfahrung im Kirchenjahr bewusst, in der sog. Fastenzeit, die mit der Passionszeit gleichgesetzt wird. 

Es ist für uns eine Chance, diese Zeit als eine der Rückbesinnung zu erfahren: eine Weile nachdenken, etwas in Erinnerung zurückrufen. Oder: „Ich muss mich erst wieder besinnen, um überhaupt einen Plan für die Zukunft zu haben.“ Rückbesinnung als Chance, auf mein Menschsein zu blicken. Rückbesinnung als Chance, mich wieder auszurichten, weil ich in ihr merke, was zählt im Leben in der Welt. 

In der Welt sind wir schließlich ziemlich herausgefordert. Als freie Menschen bedeutet das für uns, sich zu entscheiden zwischen so Vielem, das schmackhaft scheint. In Gottesdiensten und Andachten in der Passionszeit ruft uns einer an, Gott, uns klar zu werden, auszurichten, uns einzustimmen auf das Leben, das wir an Ostern feiern. Der menschenfreundliche Gott will bei uns sein, wenn wir uns auf die je eigene Suche machen nach einem lebenswerten, lebensfrohen und menschlichen Leben in unserer Zeit. 

Simone Fucker, Pastorin in Wesselburen