Wort zum Sonntag

Einer trage des anderen Last

„Feeling Good“ lautete ein Hit vor mehr als einem halben Jahrhundert. Viele Menschen vermissten gute Gefühle; zwei Jahrzehnte des Wiederaufbaus und neuen Wirtschaftswachstums kamen ihnen allzu nüchtern vor. Und wir Heutigen können viel aus dem Ringen um Gefühle lernen, das damals nicht nur die Musikwelt bestimmte. Wann und wodurch fühle ich mich so richtig gut, in der Tiefe meines Wesens? Beim Looping einer Achterbahn? Auf einer Party, mit einem Sektglas in der Hand? Wenn ich an einem milden Sommerabend dem Gesang der Vögel lausche? Gewiss, vielleicht fühlt sich der eine oder die andere dadurch angesprochen. Aber die Beispiele sind steigerungsfähig. Etwa, dass ich eine gute Idee habe, mit der ich einen lieben Menschen erfreuen kann. Die höchste Steigerung eines „guten Gefühls“ muss es wohl sein, wenn ich einem Menschen, der mir irgendwann sehr weh getan hat, verzeihen kann. Wenn ich den Vorsatz loslasse: „Das werd' ich dir nie vergessen!“ Wenn aus tiefer Feindschaft eine neue Freundschaft wird. Durch Jesus ist das möglich. „Einer trage des anderen Last; so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ (Gal 6,2): Das fühlt sich gut an! 

Harald Meyenburg, Pastor in Wesselburen und Neuenkirchen