Wort zum Sonntag

Von Gottesdiensten und Gesichtsmuskeln

Vor wenigen Jahren in der Kirchengemeinde meiner Schwiegereltern: Der Pfarrer aus der afrikanischen Partnergemeinde ist zu Gast im Gottesdienst. Im Anschluss wendet er sich irritiert an seinen deutschen Kollegen: „Ich verstehe das nicht: Die Leute eben im Gottesdienst sind am Sonntag extra früh aufgestanden und freiwillig gekommen, aber die meisten haben von Anfang bis Ende ein Gesicht gemacht, als wären sie lieber woanders!“

Ich habe gelesen, dass der Mensch 43 Muskeln bewegen muss, um finster zu schauen, aber nur 17, um zu lächeln. Lachen oder Lächeln ist also viel weniger anstrengend als griesgrämig oder ernst zu blicken. Ebenso weiß die Medizin schon lange, dass Lachen gesund ist. Und so wünschte ich mir auch in manchen unserer Gottesdienste mehr davon. Natürlich braucht es auch immer wieder Raum und Zeit für Klage und Trauer. Daneben braucht es aber ebenso fröhliche Gottesdienste, die wir mit einem Lächeln im Gesicht feiern: freudig-dankbar, zufrieden-strahlend oder auch humorvoll-lachend - in Gottes Namen. „Weinen hat seine Zeit und Lachen hat seine Zeit; Klagen hat seine Zeit und Tanzen hat seine Zeit.“ (Prediger, Altes Testament, Kapitel 3, Vers 4)

Pastor Daniel Cremers, Kirchengemeinde Meldorf