Wort zum Sonntag

Meiner Macht ermächtigt sich niemand

„So ein Ammenmärchen! Der neugeborene König der Juden? Holt Wein! Geht! Nein, bleibt! Unter den Strohdächern Bethlehems soll der neue König wohnen? Soll ich euch auspeitschen lassen?“ Herodes lässt seine Muskeln spielen. Seine Heuchelei ist bis in unsere Tage dokumentiert. Er, der fake news produziert, um mit dem Deckmantel der Huldigung an Informationen zu gelangen, um diese für sich zu nutzen, seine Macht zu erhalten. Rat und Verrat, wie dicht liegt es doch auch damals schon beieinander.

„Ein Stern über Bethlehem? Ein großer? Eine besondere Himmelskonstellation? Ist das denn so wunderbar? Ein Gott, ein Nordstern, ein Herodes! Hätte Gott sich etwa getäuscht, als er mich schuf? Ich muss ihn retten vor dem Fehltritt. Wenn ich nicht Herodes bin, wer ist dann hier noch wer? Holt die Stadtwache!“

Die Sterndeuter lassen Vorsicht walten, lassen sich nicht korrumpieren und wählen für den Rückweg eine andere Route. Ihre Vorsicht hat für uns heute Gegenwartskraft. Ihre Vorsicht erwächst aus etwas, was ich mit dem Satz überschreiben möchte: Liebe ist die einzige Macht, die gelten mag.

Pastorin Ina Brinkmann, Büsum