Wort zum Sonntag

Nur für heute

Noch ist es frisch und unverbraucht, das neue Jahr, und wie unbeschriebene Seiten eines Buches liegt es vor uns. Viele Menschen verbinden mit einem Jahreswechsel neue Chancen und Möglichkeiten. Auch wenn nicht alles in unserer Hand liegt: Laut einer Umfrage ist trotzdem über die Hälfte der Deutschen erneut mit guten Vorsätzen ins neue Jahr gestartet. Das Problem mit den guten Vorsätzen, alle Jahre wieder: Nicht selten überfordern wir uns, nehmen uns zu viel auf einmal oder zu Großes vor.

Eine dagegen ganz andere und zugleich sympathische Art der guten Vorsätze finde ich bei Papst Johannes XXIII. Er nahm sich nämlich immer bloß einen Tag auf einmal vor. „Nur für heute“, schrieb er zum Beispiel, “werde ich eine gute Tat vollbringen.“ Oder: „Nur für heute werde ich keine Angst haben.“ Und: „Nur für heute werde ich fest daran glauben – selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten –, dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert.“

Ein solches „Nur für heute“ kann helfen, mit kleinen Schritten zu beginnen, bewusst die noch leeren Seiten des neuen Jahresbuches zu füllen. Schritt für Schritt. Tag für Tag.

Pastorin Esther Reininghaus-Cremers, Meldorf

© Boyens Medien - Texte und Fotos sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.