Wort zum Sonntag

Pusteblumen im Februar

Erinnern sie sich? Im Sommer sind Wiesen voll von ihnen, den dicken, gelben Löwenzähnen. Werden sie zu Pusteblumen, haben alle Freude. Wie weicher Flaum liegt das Samenmeer auf dem Grün des Grases. Nicht nur Kinder lachen begeistert, wenn mit kräftigem Pusten ein Regen aus zarten Schirmchen über ihnen fliegt. Man mag gar nicht aufhören. Erstaunlich, wie viel Puste wir haben. Pusten-können ist Leben, Atmen, Luft holen und sie rauslassen, Lebendigkeit. Für uns und für den Löwenzahn, dessen Samen wir ja verteilen.

„Mir geht die Puste aus“, höre ich bisweilen in diesen Pandemiezeiten. „Jo“, das empfinden wir so. Es ist vieles alles andere als gut.

Dennoch: Erinnern sie sich, wie viel Puste wir haben? Erinnern sie sich an die Freude des zauberhaften Augenblickes im Schirmchenregen? Uns wird die Puste nicht ausgehen. Ganz bestimmt! Denn die kommt von Gott. Er blies uns den Odem des Lebens in unsere Nase. Und Gott, das ist bekannt, ist ewig; von Ewigkeit zu Ewigkeit da. Mit dem Atem können wir, wenn wir das Gefühl haben, er würde uns ausgehen, rufen und schreien: „Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind.“ (Ps 25,6)

Pastorin Simone Fucker, Kirchengemeinde Wesselburen

© Boyens Medien - Texte und Fotos sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.