Wort zum Sonntag

Zwischenzeit

Dieser Sonntag in der Ordnung des Kirchenjahres ist der 4. Sonntag vor der Passionszeit. Wir bewegen uns zwischen Weihnachten, dem Fest der Geburt unseres Herrn Jesus und der Zeit, in der wir sein Leiden und Sterben bedenken. Wir sind in einer Zwischenzeit – zwischen Freude und Trauer, zwischen „Ausgelassenheit“ und „Innerlichkeit“. Es ist ungewohnt irgendwie so ohne Konkretion zu leben, ohne Überschrift. Eine Bekannte, ohne kirchlichen Bezug, fragte mich unlängst: „Was dekoriert man eigentlich gerade?“. Ja, was tun? Welche Haltung einnehmen? Wohin mich ausrichten? „Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an uns Menschenkindern“. (Ps 66,5) Ein klarer Aufruf an diesem Sonntag. Ein Aspekt in diesen göttlich-wirkenden Wunderwerken kann unsere Intelligenz sein. Kommt und seht an, wie wir geschaffen sind. Durch unsere Intelligenz sind wir fähig zu den großen Gefühlen, wie der Freude und der Trauer, des Schmerzes und der tiefen, nicht triebgesteuerten Liebe, aber auch der Anteilnahme an den Seelenzuständen derer, die neben uns sind, um uns und mit uns. Zwischenzeit – stehenbleiben, halt-machen, aus-halten – in großer Weite.

Pastorin Simone Fucker aus Wesselburen

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