Wort zum Sonntag

Jenseits der Sorge

An Stammtischen oder in Freundeskreisen wird derzeit die gesamtgesellschaftliche Lage vielleicht besonders intensiv in den Blick genommen. Inflation und Preissteigerungen: Was wird man sich in Zukunft womöglich nicht mehr leisten können? Sogenannte Querdenker und andere, die zunehmend auch politische Mandatsträger einschüchtern und bedrohen: Hält unsere Demokratie das auf Dauer aus? Russische Anerkennung der sog. Volksrepubliken in der Ukraine und entsprechende westliche Sanktionen: Wird sich der Ost-West-Konflikt in kontrollierbaren Grenzen halten lassen?

Verunsicherung breitet sich aus. Wird – was gestern galt und sicher schien – morgen noch Bestand haben? Worauf kann ich mich wirklich verlassen? Mir hilft, weniger hochzurechnen und mich mehr auf den Tag heute zu konzentrieren. Leben im Hier und Jetzt. Und vertrauen auf das biblische Wort an verunsicherte Menschen seinerzeit: „Macht euch keine Sorgen um den kommenden Tag – der wird schon für sich selber sorgen. Es reicht, dass jeder Tag seine eigenen Schwierigkeiten hat“ (Matthäus 6,34). Leben aus Vertrauen in Gottes Güte und Kraft. Jeden Tag neu.

Gerson Seiß, Militärseelsorger in Heide

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