- Dithmarschen -

Massive Kritik an Vollsperrung im Baakenweg zeitgleich zur B5-Sanierung  

Eine zweite Vollsperrung in Hemmingstedt bringt die Gemüter in Wallung. Zwischen Bahnhof- und Norderstraße ist der Baakenweg dicht. Weil auch die B5 streckenweise gesperrt ist, müssen Anlieger des Baakenweges und angrenzender Straßen lange Umwege in Kauf nehmen. Hans-Peter Borchard (CDU), der stellvertretende Bürgermeister, würde am liebsten einen Baustopp verhängen.

Am Montag war Hans-Peter Borchard (CDU) auf 180, so wie viele andere Hemmingstedter auch. Der für eine Woche amtierende Bürgermeister bekam seit Bekanntwerden der Vollsperrung Baakenweg etliche Anrufe und wurde auf der Straße gefragt, wer sich diesen Unsinn ausgedacht habe, ausgerechnet zeitlich parallel zur Sperrung der B5.

Umwege sind eine Zumutung

„Zum jetzigen Zeitpunkt ist das absolut nicht bürgerfreundlich, es bestand gar keine Dringlichkeit, ausgerechnet jetzt die Baumaßnahme Baakenweg fortzusetzen“, schimpft Borchard. Und er nimmt sogar das Wort „Baustopp“ in den Mund, will heute Abend mit seiner Faktion besprechen, was man tun könnte, um die Situation wieder zu entschärfen. Die Umwege, die die Hemmingstedter jetzt auf sich nehmen müssen, um beispielsweise zu ihrem Bäcker, Imbiss, Blumenladen oder Friseur im Ort zu kommen beziehungsweise wieder nach Hause, seien eine Zumutung.

Gesperrt ist nur ein kleines Stück des Baakenweges – mit großer Wirkung: Die Straße ist nämlich die einzige befahrbare direkte Verbindung zur Hauptschlagader des innerörtlichen Verkehrs: der Bahnhofstraße. Diese begrenzt das riesige Wohngebiet zwischen B5 und der Bahnlinie im Süden.

Bitter für Geschäfte

„Unmöglich, wir leben jetzt auf einer Halbinsel“, kritisiert Friseurmeisterin Heidi Lübke, die am Birkenweg ihren Salon betreibt, die augenblickliche Situation. „Keine Frage, die Straßen müssen gemacht werden, aber doch nicht gleichzeitig, ausgerechnet dann, wenn die Situation wegen der B5 schon schwierig genug ist.“ Ihre Kunden, Mütter, die Kinder in den Hort bringen, oder ältere Menschen, die nicht mal eben zu Fuß oder mit dem Rad loskönnen, würden darunter leiden. In Richtung Süden kommt aus dem Gebiet nämlich nur (wieder) heraus, wer „erst einmal fast bis nach Heide fährt“. Das sei besonders bitter für alle Geschäfte an der B5, die ohnehin schon Einbußen haben. „Wer erst mal fast bis nach Heide fahren muss, um dort hin zu kommen, der fährt doch gleich weiter“, mutmaßt auch Borchard.

Auch Roland Knobbe (SPD) findet es unglücklich, dass mit dem Baakenweg nicht gewartet wurde, bis die Sanierung der B5 fertig ist. Dann hätte man den Ziel- und Quellverkehr rund um den Baakenweg nicht über Grünen Weg, B5, Bahnübergang Braaken und Dorfstraße zur Bahnhofstraße umleiten müssen. Auch wenn er die Planung der Baumaßnahme „nicht richtig durchdacht“ findet, sei an einen Baustopp nicht zu denken, sagt Knobbe. „Da müssen wir jetzt durch.“

Busdorf bittet um Verständnis

Bürgermeister Hartmut Busdorf (WGH) hat Verständnis für die verärgerten Anwohner. „Klar ist das unglücklich“, sagt er. „Aber es ließ sich nicht anders machen. Bei der Baumaßnahme Baakenweg sind wir abhängig von den Versorgern, die dort Leitungen und Hausanschlüsse bauen lassen und von der Tiefbaufirma, die den Auftrag bereits voriges Jahr bekommen hat, vor dem Winter aber nicht fertig wurde“, erklärt er. Außerdem wollte der Bürgermeister, dass die Straße fertig ist, wenn der neue Arzt in den Neubau einzieht, den die Gemeinde ihm für seine Praxis am Baakenweg baut. Wenn die Gemeinde die Firma Möller jetzt nicht hätte arbeiten lassen, dann wäre es Sommer oder später geworden. „Auch die Tiefbaufirmen haben zurzeit jede Menge zu tun“, so Busdorf.  Deshalb bittet er alle Betroffenen um Verständnis. „Es sind ja nur ein paar Wochen.“

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