- Dithmarschen -

Opel kündigt Händlerverträge

Schon beim Verkauf der Traditionsmarke Opel an den französischen PSA-Konzern hatte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer orakelt, von Opel werde nur eine Hülle übrig bleiben. Jetzt – nicht einmal ein Jahr später – sind zwei deutsche Werke gefährdet, und sämtlichen europäischen Händlern wurden die Verträge gekündigt. Wie sieht die Lage in Dithmarschen aus?

„Wir haben unsere Vertriebsstrategie mit dem Ziel analysiert, die Performance und Profitabilität von Opel/Vauxhall im Handel zu steigern. Daher werden wir die Händlerverträge anpassen“, teilte eine Opel-Sprecherin aus Rüsselsheim am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung mit. Details zu einzelnen Händlern gab sie nicht bekannt. In Dithmarschen wird die Marke mit dem Blitz in den Autohäusern Rau und Dello verkauft. Während es sich bei Rau um ein inhabergeführtes Unternehmen handelt, ist Dello eine Filiale der Ernst Dello GmbH & Co. KG mit Sitz in Hamburg.

Nach Aussage von Alexandra Rau-Oelkers, Geschäftsführerin des Autohauses Rau, ändert sich für ihr Unternehmen im Prinzip nichts. Statt einer folgenreichen Entwicklung sieht sie lediglich eine Anpassung an aktuelle Erfordernisse. Das heißt: alter Vertrag gekündigt und neuen bekommen. Vom Autohaus Dello in Hamburg erfolgte trotz Rückrufbitte per Telefon und Mail keine Stellungnahme.

Europaweit werden rund 1600 Verträge gekündigt, 385 davon entfallen auf Deutschland. Nur zwölf dieser Betriebe solle kein neues Angebot gemacht werden, kündigte Deutschlandchef Jürgen Keller in einem Interview mit dem Fachblatt „Autohaus“ an. Von einer Ausdünnung des Vertriebsnetzes könne deshalb keine Rede sein. Die neuen Verträge sollen jetzt verhandelt werden und Keller zufolge Anfang 2020 in Kraft treten. „Die Veränderungen in der Branche sind so tiefgreifend, dass wir dafür einen neuen vertraglichen Rahmen brauchen“, so Keller in dem Fachmagazin.

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