Brunsbüttel

Streit um „Kahlschlag“ an der Olof-Palme-Allee beigelegt

Der Streit um die Baumfällaktionen an der Olof-Palme-Allee ist beigelegt, die Anwohner aus dem Dohlenweg halbwegs versöhnt. Im März sollen neue Bäumchen angepflanzt werden. Die Stadt will künftig außerdem besser über solche Maßnahmen informieren – im Vorwege.

Die Wogen haben sich geglättet. Aus der heftig kritisierten Baumfällaktion entlang der Olof-Palme-Allee in der vergangenen Woche wolle die Stadt ihre Lehren ziehen. „Die Kommunikation war schlecht. Sie muss besser werden“, gab Bürgermeister Martin Schmedtje bei einem zweiten Treffen mit  Anwohnern unumwunden zu. Außerdem sollen im März neue Bäume gepflanzt werden.

„Die Maßnahme war erforderlich und seit längerer Zeit überfällig“, sagte Schmedtje. Die Bäume seien krank gewesen, standen teilweise schief und zu dicht beieinander. Einige seien deshalb nicht mehr standsicher gewesen. „Auch die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Dithmarschen hat uns bestätigt, dass alles fachlich korrekt erfolgt ist“, so der Verwaltungschef. Das sei das Ergebnis einer Prüfung, die Schmedtje selbst veranlasst hatte. „Wir wollten schließlich auch wissen, ob die von uns beauftragte Firma über das Ziel hinausgeschossen ist oder nicht.“ In Zukunft sollen alle Anwohner per Brief über solche Aktionen der Stadt informiert werden. Das sei zumindest bei den Anliegern aus dem Dohlenweg nicht der Fall gewesen. „Nur die aus dem Schulmeisterring hatten wir angeschrieben“, sagte Schmedtje.

Carla Baaß tut es immer noch weh, wenn sie auf die traurigen Reste des kleinen Wäldchens schaut. „Wir hatten uns alle um dieses Stück Natur gekümmert.“ Gleich nachdem der Bereich von der Stadt als Lärm- und Emissionsschutz vor rund 40 Jahren angelegt worden war, hätten sich die Nachbarn für die Bäume verantwortlich gefühlt. „In dem ersten trockenen und heißen Sommer sind wir sogar mit unseren Gartenschläuchen raus und haben die Bäume gewässert. Das Wäldchen war uns ans Herz gewachsen.“ Jetzt sei davon nicht mehr viel übrig. 

Es war in der vergangenen Woche, als früh morgens Bagger damit angefangen hatten, diverse Bäume zu fällen. Ein Baum nach dem anderen war den Schneidköpfen der Fahrzeuge zum Opfer gefallen. „In gut drei Stunden haben die einen richtigen Kahlschlag veranstaltet und alles platt gemacht“, hatte Anwohner Axel Hoffmann bei einem ersten Treffen mit Martin Schmedtje seinem Ärger Luft gemacht. Er und seine Nachbarn waren verärgert, weil aus ihrer Sicht zu viele Bäume der Aktion zum Opfer gefallen waren. Die Anlieger hatten sich in der Vergangenheit zwar immer wieder gewünscht, dass der dicht bewachsene Wall etwas gelichtet und vom Totholz befreit werde. Aber nicht so. Einige hatten noch versucht, die Arbeiter aufzuhalten, so wie Uwe Möller: „Bis hierher und nicht weiter“, habe er gegen den Motorenlärm angebrüllt. Und Carla Baaß hat zumindest ihr Mirabellenbäumchen vor dem Abholzen bewahrt. 

Weil sich im Nachhinein die Bäume nicht wieder aufstellen lassen, müsse man laut Schmedtje nun nach vorne schauen. „In Zukunft wollen wir es anders machen: mit Eigenwerbung.“ So können sich Menschen, die bestimmte Kriterien erfüllen, zum Beispiel im Besitz eines Motorsägenscheins sind, sich bei der Stadt registrieren lassen. Sie würden bei Bedarf beauftragt. 

Wichtig ist den Anwohnern, die sich nun mit der Situation abfinden müssen, vor allem eines: Dass die Bäume, die neu gepflanzt werden, schnell hochwachsen. „Es ist jetzt schon sehr viel lauter bei uns im Haus, weil der Motorenlärm von der Olof-Palme-Allee ungefiltert zu uns dringen kann“, sagte Carla Baaß. Sie wünscht sich Kiefern als Ersatz. Claudia Brakhage vom Stadtbauamt will sich informieren, welche Bäume am besten geeignet sind.