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20 Jahre und gefragter denn je

Von Hilke Ohrt 

MELDORF Die Johanniter-Waldkita Christianslust begeht ihr 20-jähriges Bestehen, und zeitgleich feiert Leiterin Gudrun Stötzer ihr ebenfalls 20-jähriges Dienstjubiläum. Sie erzählt: „Genau von 20 Jahren brachten die ersten Eltern ihre Kinder in unseren Waldkindergarten.“ 

Seitdem verbringt Gudrun Stötzer täglich fünf Stunden mit ihrer Kindergartengruppe im Forst Christianslust bei St. Michaelisdonn im südlichen Dithmarschen. Unterstützt wird sie dabei von Erzieherin Valerie Masson. „Auch jetzt erfüllt es mich noch mit Dankbarkeit, dass ich eine Waldkita leite, und mit Stolz auf unsere Waldpädagogik“, sagt sie. Auf Anregung von Eltern nahmen damals die Johanniter, der ehrenamtliche Mitarbeiter Adolf Kruse aus Dithmarschen und Regionalvorstand Udo Neumann die Idee für einen Waldkindergarten auf. Dessen Gründung erfolgte dann zeitnah zum 1. September 2001 in Trägerschaft der Johanniter. Vor 20 Jahren war die Naturpädagogik noch nicht so verbreitet wie heute, und die Waldkita Christianslust war der erste Johanniter-Waldkindergarten in Deutschland.

Über lange Zeit wurden je Kindergartenjahr 20 Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintrittsalter im Wald betreut; heute ist die Gruppengröße nach dem neuen Kitagesetz auf 16 Kinder reduziert. „Es war am Anfang eine Herausforderung, aber wir haben schnell gesehen, wie toll sich die Kinder hier im Wald entwickeln, auch in kreativer und sozialer Hinsicht“, betont Stötzer. Die Kinder halten sich während der Betreuungszeit im Wald auf, bei schlechtem Wetter haben sie zum Schutz eine eigene Waldhütte.

Dahinter steht ein waldpädagogisches Konzept, dessen Ursprung aus Skandinavien stammt. Im Wechsel der Jahreszeiten lernen die Kinder einen sensiblen Umgang mit der Natur und untereinander. Ihre Kreativität und Sprache wird durch Spielzeug in Form von Naturmaterialien gefördert, die Kinder haben viel Bewegungsfreiraum draußen, und ihre Feinmotorik wird auch durch Basteln entwickelt. Vorschulkinder werden vor Eintritt in die Schule besonders gefördert. Es gibt einen besonderen Zusammenhalt auch unter den Eltern und eine gute Zusammenarbeit, die sich über das Pädagogische hinaus - vor Corona - zudem auf gemeinsame Unternehmungen wie Ausflüge und Feste erstreckte.

„Wir haben natürlich Grund zum Feiern und würden es gerne machen, aber wegen der Coronapandemie können wir kein Fest veranstalten“, sagt Stötzer. Gemeinsam mit den Kindern haben sie in der Waldkita ein schönes Jubiläumsbild gemalt und die Waldtiere, die schon länger als Spielzeuge mit dabei sind, haben den Kindern erzählt, wie es damals war. Mittlerweile sind die ersten Waldkitakinder erwachsen, aber das Konzept der Waldpädagogik ist gefragter denn je.

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