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30. Wa(h)lpokal der Seglervereinigung

Von Stefan Fiege

Brunsbüttel - Zum 30. Mal wurde der Wa(h)lpokal im Hafen der Seglervereinigung Brunsbüttel (SVB) durchgeführt. Zur Traditionsveranstaltung verkündeten die Organisatoren Fynn Ausborm und Merle Maas einen Melderekord von 32 Besatzungen. 

Eine so große Teilnehmerzahl wies keine der vorherigen Veranstaltungen auf. Die weiteste Anreise, gut 600 Kilometer, hatten drei Teilnehmer, die sich aus Aachen auf den Weg machten, um bei der Regatta zu starten. Die hohe Beteiligung stellte die Organisatoren vor einige besondere, vorher nicht bekannte Herausforderungen. Bei allen anderen Regatten reichte der Platz in Clubheim und Hafenbüro aus, damit die Segler nachts auch Schlafplätze in ausreichender Zahl vorfanden. In diesem Jahr wurden auch Privatquartiere, Wohnwagen und Wohnmobile benötigt, um der großen Nachfrage Herr zu werden. Die Verpflegung lag in den Händen von Sonja Ausborm und nahm eine nicht erwartete Dimension an. Galt es doch, ausreichend Essen für gut 60 Segler vorzuhalten.

Gesegelt wurde mit den vereinseigenen Booten Turbowilly und Windliese, zwei Jollen der Piratenklasse, die schon bei der ersten Veranstaltung genutzt wurden. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Nur das, was ein jeder Segler am meisten benötigt, Wind, war zu gering. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl wurde die Regattabahn verkürzt, um in der vorhandenen Zeit alle Starts durchführen zu können. Es wurde jeweils ein „up and down“ gesegelt. Zwei Tonnen als Wendemarken mussten umsegelt werden, und der Schnellste war eine Runde weiter. 

Am Sonntag wurde gegen 14 Uhr das Finale ausgesegelt. In einem „Best of 3“ setzte sich die Brunsbütteler Crew aus Steuermann Nils Theuerkauf und Vorschoter (Schotte) Thorsten Pösch gegen Thea Harksen und David Kortmann durch. Sie wurden während der anschließend im Clubheim stattfindenden Siegerehrung mit einem Wanderpokal geehrt. Dieser Preis zieht auch die Verpflichtung nach sich, den Titel im nächsten Jahr zu verteidigen. Auch Teilnehmer der ersten Veranstaltung 1989, Sven Ausborm und Sabine Jensen, waren im Teilnehmerfeld und segelten auf einen guten Platz im Hauptfeld.

Parallel zur Veranstaltung wurde auf Initiative von Tilmann Wiebe eine Modellbootregatta ins Leben gerufen. Vier sogenannte 3X1 Modellyachten aus Kohlefaser, die freundlicherweise von der Firma Stockmaritim zur Verfügung gestellt wurden, standen dafür bereit. Die Modellboote waren baugleich - Länge 110 Zentimeter, Masthöhe 165 Zentimeter, bedient mit einer Fernsteuerung. Zehn Teilnehmer segelten wie die großen Piraten nach den Matchrace-Regeln und benötigten beide Tage, um die Kandidaten für das Finale zu ermitteln. In einem interessanten Race setzte sich Simon Arndt-Wiebe gegen Nils Fiege durch und erhielt einen kleinen Pokal und einen Theatergutschein, gestiftet vom Elbeforum. Traditionell endete die Veranstaltung mit einem dreifachen Hacke Beil, dem Schlachtruf der Piratenvereinigung, und dem Versprechen, 2020 alle wieder zur Regatta, dann der 31. Veranstaltung, zu erscheinen.