Nachbarn

Anderthalb Wochen Abenteuer

Linden (rd) Auf Linden grüßt Linden freuen sich die Teilnehmer jedes Jahr wie auf einen langersehnten Sommerurlaub. Für eine deutsche Jugendgruppe aus Linden ging es in diesem Sommer nach Lalinde in Frankreich. Das Abenteuer ging wieder viel zu schnell vorbei. 

Die Teilnehmer sagten: „Es ist immer wieder spannend, zu sehen, wer zum ersten Mal dabei ist oder vielleicht auch schon zum vierten oder fünften Mal. Entweder trifft man bekannte Gesichter nach einigen Jahren endlich wieder, oder man lernt neue Gesichter kennen. Die Freude und Vorfreude auf das, was in den nächsten Tagen kommt, ist auf jeden Fall immer groß.“ Jugendliche aus den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Spanien, Österreich und Deutschland waren wieder dabei - pro Land in der Regel acht Teilnehmer und zwei Betreuer. In diesem Jahr war „Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit“ das Thema. Jedes Land stellte den anderen vor, wie es  in der eigenen Region oder im Allgemeinen im Land aussieht, wie weit der Entwicklungsstand ist oder was vielleicht noch verbessert werden könnte. 

Die Jugendlichen besichtigten eines der vielen Wasserkraftwerke, die für die Energieversorgung in der Dordogne eine wichtige Rolle spielen. Am letzten Tag säuberten die Teilnehmer mit Freiwilligen der Organisation Migado, die sich für den Umweltschutz einsetzt, einen kleinen Bach, indem Steine und Pflanzen entfernt oder versetzt wurden, sodass ein besserer Wasserfluss möglich wurde. Die kleinen Bäche seien unglaublich wichtig; denn sie regelten die Wasserzufuhr der Dordogne. Nur mit genügend Wasser erzeugten die Wasserkraftwerke Strom. Zugleich werde der Lebensraum von Lachsen sicher gestellt. Sie waren lange Zeit ausgestorben. Seit ein paar Jahrzehnten setze sich Migado dafür ein, sie wieder anzusiedeln. Die Jugendlichen sahen sich eine Station an, in der Fische groß gezogen werden, um sie schließlich freizulassen.

Es gab aber auch jede Menge kulturelle und spaßige Aktivitäten. Bei einer Essensolympiade kochte wieder jedes Land ein typisches Gericht für die anderen. Am Ende entschied eine Jury wieder, welches Land am besten gekocht hatte. Das war jetzt Belgien mit einer super leckeren Mousse au Chocolat. Bei einer Sportolympiade trat zudem jedes Land gegen die anderen an, sowohl in sportlichen als auch in Spielen, die Geschick und vor allem Teamwork, aber auch Mut verlangten. Während der neun Tage wurden immer mal gemischt, sodass sich die Teilnehmer leichter und besser kennen lernten, beispielsweise bei einer Schnitzeljagd und einem Hindernisparcours. Zwischendurch gab es auch Tage, an denen alle zum Strand fuhren und badeten. 

Ein Höhepunkt war die Dune du Pilat, die größte Wanderdüne Europas mit traumhafter Aussicht, die man sich aber erst verdienen musste. Bei mehr als 40 Grad waren 110 Höhenmeter nicht leicht zu überwinden. Trotz des heißen Sandes und brennender Füße schafften es alle und waren begeistert von dem tollen Blick auf den Ozean. Da es an fast allen Tagen heiß war, kamen allen Wasseraktivitäten sehr gelegen, eine mehrstündige Kanufahrt auf der Dordogne und der Besuch eines Wasserparks mit vielen Hüpfburgen und Trampolinen auf dem Wasser.

Wie jedes Jahr vergingen die anderthalb Wochen voller lustiger Aktivitäten und Abende, aber auch wichtiger Beiträge, viel zu schnell. Am letzten Abend kamen alle Teilnehmer und Gastfamilien ein letztes Mal zusammen, um gemeinsam zu essen, die Tage Revue passieren zu lassen und zu feiern. Jedes Land hatte eine kleine Showeinlage vorbereitet, die meistens für viel Gelächter sorgten - ein weiterer Höhepunkt von Linden grüßt Linden. Um zwei Uhr nachts folgte ein tränenreicher Abschied für die deutsche Gruppe, und es ging zum Flughafen. Völlig müde, etwas traurig, aber zugleich auch super glücklich kamen alle nach Hause und können es kaum erwarten, nächstes Jahr wieder dabei zu sein - dann in einem besonderen Jahr; denn das Treffen findet im hiesigen Linden statt. „Wir freuen uns schon riesig, unsere Partnergemeinden willkommen zu heißen.“