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Ausleihe per Ausweis

Von Lars Hedde

Heide - In der Schule sollte nicht nur Deutsch und Mathe gelernt, sondern den Kindern auch Regeln und Werte vermittelt werden. Die Grundschule Lüttenheid nimmt diesen Auftrag im Rahmen des Projekts Spielzeugausleihe sehr ernst.

„Wir wünschen uns Spielgeräte für den Schulhof, damit wir uns nicht langweilen.“ Mit dieser Bitte wendeten sich Kinder der Grundschule an die Lehrkräfte und fanden Gehör. Nach Erstellen eines Konzeptes mit Dritt- und Viertklässlern wurde das Vorhaben umgesetzt. Grundlage ist ein persönlicher Ausweis, der mit dem Namen, der Klasse, dem Ausstellungsdatum, dem Schulstempel und einer Unterschrift vom Kind versehen ist. Das Dokument dient als Pfand zum Ausleihen der Geräte und ist Eigentum des Kindes. Die Spielausgabe findet täglich in der großen Pause statt. 

Außerdem verfügt jede Klasse über eine Liste mit Daten und Namen der Ausleihe. Schülerin Morna Lingmann beschreibt ihre Erfahrungen: „Das ist harte Arbeit und ganz schön anstrengend, zusammen mit anderen die Spielgeräte auszuteilen. Wenn teilweise mehr als 30 Kinder kommen, sind genaue Absprachen wichtig.“ Damit die Schüler wieder pünktlich zum Unterricht erscheinen, ertönt drei Minuten vor dem Ende der Pause ein Signal, damit die entliehenen Sachen zurückgebracht werden. Mit der Abgabe wird der Ausweis wieder ausgehändigt. Wer Dienst hat, achtet zusätzlich darauf, dass das Spielehaus aufgeräumt hinterlassen wird.

Die Ausgabe wird während der Schulzeit von der Pausenaufsicht, dem Schulsozialarbeiter und der Schulassistenz begleitet, nachmittags von den Mitarbeitern der Offenen Ganztagsschule. Das Projekt verläuft positiv. Es stärkt das Verantwortungsbewusstsein der Kinder und schult zugleich deren Aufmerksamkeit. Die guten Erfahrungen wirken nach - auch im Alltag außerhalb der Schule. Nach Abschluss des Schuljahres erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat über geleisteten Tätigkeiten.