Nachbarn

Bei Kaffee und Kuchen

Von Friedrich-Wilhelm Trottmann 

Büsum - Der Seniorenbeirat beendete seine coronabedingte Pause und tagte im neuen Bürgertreff in der Johannsenallee 34. Vorsitzender Karl-Heinz Papenfuß ging zunächst auf die aktuellen Mindeststandards in Zeiten von Corona ein, die allesamt eingehalten werden. 

Er wies darauf hin, dass der Bürgertreff nur funktioniere, solange sich Menschen bereitfinden, dort zu helfen und auch notwendige Reinigungsarbeiten ausführen. Bei Kaffee und Kuchen wurden Informationen ausgetauscht. Lothar Marktscheffel, Behindertenbeauftragter des Seniorenparlaments und Spezialist für Sehbehinderungen, berichtete vom Alltag von Menschen mit Sehbehinderungen. Vor sieben Jahren wurde sein gutes Auge durch eine Thrombose so geschädigt, dass er Leute nur noch wie durch eine Milchglasscheibe wahrnehmen konnte. Es war für ihn nicht einfach, mit der Sehbehinderung zu leben. Das Wohnmobil und sein Auto konnte er vergessen, seine Fortbewegung erfolgte mittels weißem Stock. Er übte, beispielsweise Treppen durch Riffelstreifen zu erkennen, und stellte fest, dass die Bahnhöfe in Büsum und Heide Abgrenzungen zum Bahnsteig kennzeichneten. Die Anzeige für Züge sei nicht vorhanden und wäre sehr nützlich. Die Begleitung auf Flughäfen sei exzellent geregelt. 

Die Einbahnstraßenregelung in der Fußgängerzone finde er sehr gut. Die Begrenzungsrinne sei ein guter Anhaltspunkt. Ampeln seien gefährlich. An der Bahnhofstraße/Ecke Bismarckstraße fehle ein akustisches Signal, das auch nach vielfachen Hinweisen bisher nicht installiert wurde. Der weiße Stock sei die Verlängerung seines Zeigefingers, sagte Marktscheffel. Zu Hause müsse alles seinen festen Platz haben. Ordnung müsse sein und sei das halbe Leben.

Petra Balduin-Schmitz ist mit ihrer spastischen Lähmung ständig auf einen Rollstuhl angewiesen und ebenso Behindertenbeauftragte des Seniorenparlaments. Sie hilft gerne bei der Finanzierung in Wohnungseinrichtungen. Sie zeigt Perspektiven auf, wie Probleme zu lösen sind. Papenfuß berichtete von einem Wunschwagen der Nachbarschaftshilfe im Amt Büsum-Wesselburen. Ehrenamtlich sollen Fahrwünsche erfüllt werden, die Menschen allein nicht mehr wahrnehmen können. Er sei auf einem guten Weg, dieses Vorhaben verwirklichen zu können. Für die Refinanzierung suche er Spender.